Gedankenseiten

Sturm im Gin-Glas

Träge schwimmt die Zitronenscheibe im Gin. Worte gesagt. Gedanken gedacht. Hoffnungen gehabt und herzhaft gelacht. Taten getan und Gefühle beschrieben. Wäre ich doch nur im Bett geblieben. Die Bläschen steigen auf und die Zitrone sackt langsam um ohne Eile ab. Die kalte schwindet langsam aus dem Glas. Alles schwappt über. Und keiner kann dir sagen, ob hier alles halb voll oder halb leer ist. Da ist nur etwas. Was kann ich nicht sagen. Es rührt sich. Und es bewegt sich. Und es frisst mich. Zwei Probleme. Gin. Und Zitrone. Und beide gehören zusammen, ohne zusammen zu gehören. Nichts ändert sich und doch alles. Und jeder Song macht plötzlich Sinn. Und jeder Moment ist viel zu kurz. Und alles zieht sich…

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Gedankenseiten

Und wieder des nachts

 Ich weiß nicht mal, was ich hier schreiben soll. Ich sitze am PC, Musik auf meinen Kopfhörern aber sonst ist alles ruhig. Müde bin ich irgendwie gar nicht. Die Tischlampe ist an, der Rest des Raumes ist völlig in Dunkelheit gehüllt. Und ich schreibe, schreibe, schreibe und schreibe. Das habe ich früher viel gemacht. Viel häufiger. Ich hatte und habe oft den Kopf voll und schreibe dann ein paar Texte für meinen Blog oder nur für mich. Heute nur für den Blog. Ich mag die Nacht eigentlich. Alles um mich herum ist dann immer zur Ruhe gekommen und ich habe das Gefühl, mal nicht die ganze Zeit mit Eindrücken, Anfragen und Problemen bombardiert zu werden. Das ist immer toll.…

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Gedankenseiten, Lyrik

Am Horizont

Wie der Felsen, der auf die Sturmflut wartet; Stoisch und geduldig Hole ich Luft und bereite mich vor. Beginne mich damit abzufinden Ein paar Steine, Ecken und kanten zu verlieren. Teile von mir. Uberflussig, wenn sie nicht halten. Denn ich muss halten. Muss halten. Muss Dich tragen und Deine Sorgen und Deine Trauer. Muss stark für Dich sein; Muss halten, wenn Du Dich an mir hältst. Kein erbarmen, kein nachgeben. Still und haltend am Deiner Seite. Gegen die Gischt, gehen den Sturm, Der da hinten am Horizont wütet. Er wird vieles mit sich spülen. Teile von mir. Teile von Dir. Doch nicht mich. Nicht Dich. Ich halte. Dich. Und wenn er vorüber ist, Haben wir viel von uns selbst verloren.…

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Gedankensprünge

Zynismus deine Welt

Ich war noch nie ein Optimist. Einer Erzählung meiner Mutter zufolge begann ich im Alter von etwa 3 Jahren plötzlich nicht mehr gern ins Meer oder in den See zu gehen, obwohl ich zuvor eine sprichwörtliche Wasserratte war. In meinen Augen hätte einfach zu viel Schlimmes passieren können. In meinem Leben und meinem Wesen hat sich in den letzten 29 Jahren viel geändert doch das wohl nicht. Ich bin nach wie vor ein – wie Eckart von Hirschhausen so treffend formuliert – „pessimistischer Realist“. Oder war es ein realistischer Pessimist? Am Ende kommt wohl dasselbe dabei heraus. Und offenbar lässt sich beides nicht voneinander trennen. Wer die Realität sieht, wird zynisch und pessimistisch. „Mach kaputt, was dich kaputt macht!“ heißt…

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Gedankenseiten, Lyrik

Der Sucher

Wenn ich durch den Sucher schaue, sehe ich die Welt, wie ich sie fühle. Ich sehe fokussiert, ich sehe Details, ich sehe Schönheit im Verborgenen, im Offensichtlichen; im kleinen und im Großen. Ich sehe Liebe und ich sehe Trauer. Wenn ich durch den Sucher schaue, sehe ich in Dich hinein. Ich sehe wie wunderschön Du bist und wie unglaublich traurig; wie verzweifelt und wie voller Hoffnung, als unbändiges Unkraut Deines Herzens. Ich sehe das Leuchten in deinen Augen und vergangene Tränen auf deinr Naenspitze. Wenn ich durch den Sucher schaue, sehe ich nur, was vor mir liegt. Und was hinter mir ist, sind nur leise Echos aus einer Welt, die nicht wichtig ist. Ich sehe distanziert und fokussiert zugleich; Nichts…

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Gedankenseiten, Lyrik

Schöne Dame neben mir…

Hallo, schöne Damen neben mir! Gerade bist du in die Straßenbahn gestiegen und hast Dich auch promt neben mich gesetzt. Das Lächeln auf Deinen Lippen fiel mir, zwischen all den müden und ernsten Gesichtern des Morgens sofort auf. Dein Lächeln war ansteckend und ich lächle nun auch und frage mich, was es Deines hervorrief. Hey, schöne Dame neben mir! Was macht Dich so glücklich, dass Du Dich vom Morgengrau so abhebst und selbst meinem müden Gesicht ein Lächeln entlockst? War es eine gute Nachricht über den Erfolg Deines Freundes bei der Arbeit? War es eine SMS eines alten, aber sehr guten Freundes von früher? Oder war es vielleicht Dein Lieblingssong im Radio, nachdem Du aufgestanden bist? Vielleich war es auch…

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Gedankenseiten

Formlos

Samstag, 21.9.2012, 6:12 Das ist nun schon die dritte Nacht infolge, die ich noch wach bin, wenn es draußen wieder hell wird. Die letzten Vögel, die noch nicht gen Süden geflogen sind, werden langsam lauter, erste Autotüren schlagen zu und die dazugehörigen Autos fahren davon. Werden langsam in der Ferne leiser, bis es wieder ganz still ist. Ich liebe die Nacht. Die Stille, die mit ihr einher geht. Die Ruhe. Auch, wenn ich etwas mehr schlaf zur gegebenen Zeit bevorzugen würde, so komme ich nicht umhin, zuzugeben, dass ich in der Nacht einen gewissen Grad an innerer Ruhe, fast schon Balance finde. Nicht umsonst, schaffe ich nachts die meiste Arbeit, räume am meisten auf, denke a kreativsten und produktivsten. Schmiede…

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Gedankenseiten, Gedankensprünge

Das gleiche Herz

Unsere Herzen schlagen im selben Rhythmus. So eine Herzfrequenz ist unverwechselbar und jeder von uns hat sie schon unzählige Male im Film gesehen. Schaut man sich aber genauer an, wie das ganze aussieht, erkennt man in der Amplitude immer einen unterschied. Der Klang des Herzschlages ist gleich. Das verbindet uns Menschen. Im Innern sind wir alle gleich. Und dennoch verschieden. Legt man eine Amplitude über eine andere, erkennt man Ähnlichkeiten, aber keine Deckungsgleichheit. Allein der Zeitpunkt. Manchmal schlägt ein Herz schneller, manchmal langsamer. Und ginge man vom ersten Schlag aus, dann würde man sehen, dass bis zum letzten Schlag die meisten Herzen unterschiedlich schlagen. Ähnlich. Aber nicht kongruent.

Essay, Gedankenseiten

Living Nightmare

In der Wohnung ist es still geworden. Im Zimmer ist es dunkel. Die Timeline leert sich. Selbst die Nightline ist kaum noch aktiv. Ich bin noch wach. Wie fast jede Nacht. Gedanken kreisen in mir; halten mich wach, selbst wenn ich schlafe. Und alles will raus, drückt, wie eine Gewehrkugel, die austreten will, von innen an meinen Kopf. BOOM! Headshot! Ich kann gar nicht so schnell schreiben oder gar reden, wie ich denke und wie mir die Emotionen und Gedanken durch das Hirn donnern. Mir tränen die Augen. Die ohnehin schon vernebelte Sicht lässt nun kaum noch ein klares Bild durch. Alles verzerrt sich in ein abstraktes, obskures Bild, eine Karikatur seiner selbst mit einem hässlich ironischen Grinsen auf seinem…

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Gedankenseiten, Gedankensprünge

[Gedankensprung] Vergangenes

Man sagt ja, man solle nicht zurück, sondern stets nach vorn schauen. Man solle im Hier und Jetzt leben und versuchen die Zukunftzu ändern, weil die Vergangenheit unbeweglich und starr ist. Ich denke, das sollte man nicht tun. Warum lernen wir in der schule Geschichte? Warum Religion? Weil es wichtig ist, die Vergangenheit zu be(ob)achten. Um aus ihr zu lernen. Ich habe vieles in der Vergangnehit so falsch gemacht. Vieles verhunzt. Und werde es wohl zukünftig auch tun. Nichts davon kann ich ungeschehen machen, nichts ungesagt. Aber ich kann daraus lernen. Ich kann verstehen und beurteilen. Ich kann in der Zukunft einiges davon besser machen. Wir sollten uns nicht von der Vergangenheit abwenden und sie versuchen zu vergessen oder zu…

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