Gedankensprünge

Zynismus deine Welt

Ich war noch nie ein Optimist. Einer Erzählung meiner Mutter zufolge begann ich im Alter von etwa 3 Jahren plötzlich nicht mehr gern ins Meer oder in den See zu gehen, obwohl ich zuvor eine sprichwörtliche Wasserratte war. In meinen Augen hätte einfach zu viel Schlimmes passieren können. In meinem Leben und meinem Wesen hat sich in den letzten 29 Jahren viel geändert doch das wohl nicht. Ich bin nach wie vor ein – wie Eckart von Hirschhausen so treffend formuliert – „pessimistischer Realist“. Oder war es ein realistischer Pessimist? Am Ende kommt wohl dasselbe dabei heraus. Und offenbar lässt sich beides nicht voneinander trennen. Wer die Realität sieht, wird zynisch und pessimistisch. „Mach kaputt, was dich kaputt macht!“ heißt…

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Gedankenseiten, Gedankensprünge

Das gleiche Herz

Unsere Herzen schlagen im selben Rhythmus. So eine Herzfrequenz ist unverwechselbar und jeder von uns hat sie schon unzählige Male im Film gesehen. Schaut man sich aber genauer an, wie das ganze aussieht, erkennt man in der Amplitude immer einen unterschied. Der Klang des Herzschlages ist gleich. Das verbindet uns Menschen. Im Innern sind wir alle gleich. Und dennoch verschieden. Legt man eine Amplitude über eine andere, erkennt man Ähnlichkeiten, aber keine Deckungsgleichheit. Allein der Zeitpunkt. Manchmal schlägt ein Herz schneller, manchmal langsamer. Und ginge man vom ersten Schlag aus, dann würde man sehen, dass bis zum letzten Schlag die meisten Herzen unterschiedlich schlagen. Ähnlich. Aber nicht kongruent.

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Gedankenseiten, Gedankensprünge

[Gedankensprung] Vergangenes

Man sagt ja, man solle nicht zurück, sondern stets nach vorn schauen. Man solle im Hier und Jetzt leben und versuchen die Zukunftzu ändern, weil die Vergangenheit unbeweglich und starr ist. Ich denke, das sollte man nicht tun. Warum lernen wir in der schule Geschichte? Warum Religion? Weil es wichtig ist, die Vergangenheit zu be(ob)achten. Um aus ihr zu lernen. Ich habe vieles in der Vergangnehit so falsch gemacht. Vieles verhunzt. Und werde es wohl zukünftig auch tun. Nichts davon kann ich ungeschehen machen, nichts ungesagt. Aber ich kann daraus lernen. Ich kann verstehen und beurteilen. Ich kann in der Zukunft einiges davon besser machen. Wir sollten uns nicht von der Vergangenheit abwenden und sie versuchen zu vergessen oder zu…

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Gedankenseiten, Gedankensprünge

Es klingt komisch…

Es klingt komisch, aber meine Schwester war gerade 4 oder maximal 5 Jahre alt, als sie mir zum Geburtstag eine dieser Schutzengel-Kärtchen schenkte. Sie konnte damals noch nicht schreiben, darum hat meine Mutter für sie meinen Namen auf der Rückseite eingetragen. Und mir ist klar, dass meine Schwester damals wohl kaum das verstand, was auf dieser Karte drauf stand. Dennoch habe ich diese Karte immernoch ständig in meinem Portemonnaie und halte an ihr fest. Als alleiniges Geschenk meiner Schwester. Sie lässt mich hoffen und ich trage sie wie eine Art Talisman mit mir. Und ich lächle. Für meine Schwester…

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Gedankensprung VI – Wir

„Meine Damen und Herren, wir haben unser Ziel erreicht und wünschen Ihnen noch eine schönen Tag.“ So oder so ähnlich wurde ich gerade erst von meinen Flugbegleiterinnen des Fluges 4633 verabschiedet und wieder auf festen Boden entlassen. Ich habe definitv keine Flugangst. Hatte ich noch nie. Im Gegenteil – ich genieße die Flüge, die Landungen und die Aufstiege. Und trotzdem. Dieser eine kleine Moment, wenn man aus dem Fenster schaut und schon einzelne Details erkennt, wenn man die Höhe schon auf 200 – 500 Meter schätzen kann, dann ist einem dennoch etwas mulmig zumute. Egal, wie gern man fliegt. Man legt sein Leben schon beim Start des Fliegers in die Hände der Crew, aber hier wird es einem direkt vor…

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Gedankensprung V – Probleme

Es ist noch gar nicht lang her, da hat mir eine für mich gute Freundin den Kopf gewaschen. Im übertragenen Sinne. Der Grund dafür ist nebensächlich. Fakt ist, dass ich gewisse Versäumnisse mit einer Aufzählung meiner aktuellen Probleme und Problemchen begründen wollte. Sie endete ihre „Ansprache“ an mich mir dem Satz „Probleme haben wir alle.“ Das brachte mich zum Nachdenken. Mir fiel auf, dass ich sie nicht einmal gefragt hatte, wie es ihr geht. Und da sie am anderen Ende Deutschlands wohnt, sehe ich sie so gut, wie nie. Ich war – mal wieder – nur auf mich fixiert. Auf meine Probleme. Auf meine Weh-weh-chen. Probleme haben wir alle. Ja. Offensichtliche, wie auch nicht sichtbare. Einige Probleme behalten wir alle…

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Gedankensprung IV – Weil Du weißt.

Ein Mensch, der Dir gut tut. Jemand, der Dein Leben umkrempelt, Dein Sein total verändert. Eine Person, die Du nach wenigen Stunden schon vermisst, als seien es Wochen. Jemand, dessen Worte Dich bewegen, Dein Herz treffen und dieses gewisse Kribbeln auslösen. Zweisamkeit, die Du über tausend Kilometer erlebst. Verständnis, das nach kürzester Zeit da ist. Zuneidung, die so pur ist, wie das satte Grün einer Wiese im Sommer. Lachen, das ehrlich ist. Wie auch die Geständnisse und Wahrheiten. Keine Geheimnisse. Die volle Hingabe. Alle eigenen Zweifel beiseite geschoben. Denen von allen anderen zum Trotz. Jeder anderen Meinung zum Trotz. Jeder Rationalität, jeder Argumentation, jeder Unwissenheit entgegen. Völlig egal. Denn Du weißt. Denn es ist keine Frage von Zeit, keine Frage…

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Gedankensprung III – Der Weg von Wind und Regen

Ich gehe die leere Straße entlang. Wieder einmal. Doch nicht allein. Wind und Regen begleiten mich. Der Wind tobt durch die Blätter der Bäume, der Regen prasselt auf die Straße vor mir, auf mich, auf die parkenden Autos am Straßenrand. Kein Mensch ist zu sehen. Die Straßen wirken wie ausgestorben. Kein Wunder bei dem trostlosen Licht und den tief hängenden, grauen Wolken über mir und meinen beiden Gefährten. Wind und Regen. Sie waren immer da. Sind keine Freunde, aber ständige Begleiter. Wollten mir nie etwas schlechtes, aber gaben mir auch nicht immer Gutes. Ich bleibe stehen. Atme tief ein. Und wieder aus. Meine Brust hebt und senkt sich. Ich rieche den Duft von nassem Gras; spüre, wie die Kraft des Windes…

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Gedankensprünge

Gedankensprung II – Sometimes they need someone

Alles um Dich herum zieht vorbei. Du bleibst stehen. Willst nicht mehr. Kannst nicht mehr. Resignierst. Du lässt es einfach sein; nimmst nicht mehr teil an dem Geschehen um Dich. Du willst allein sein und schottest Dich ab. Der Druck ist zu hoch. Die Last zu schwer. Bist Deinen eigenen Gedanken einfach ausgeliefert, ohnmächtig irgendetwas zu tun. Zu unmotiviert, um irgendetwas zu tun. Siehst vor Dich hin. Siehst ein, dass Du verloren hast und lässt das Ende einfach auf Dich zukommen. Doch dann scheint es plötzlich, dass Du gebraucht wirst. Und raffst Dich wieder auf. Und hilfst, wo Deine Hilfe gebraucht wird. Ohne einen Gedanken an Konsequenzen. Oder an Dich.

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Gedankensprung I

Krawatte richten, Hemd glätten. Die Uhr an den Arm geschnallt, das Jackett übergestreift. Noch einmal in den Spiegel geschaut. Das smarte Lächeln aufgesetzt. Und nur Deine Augen verraten, was wirklich in Dir vor geht. Für jene, die es sehen und verstehen können. Same business as always: The show must go on.

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