Lyrik

Ja-Wort

Lass mich Dein Netz und doppelter Boden sein; Dein Auffangbecken; Dein sicherer Hafen. Lass mich Dir Geborgenheit geben und Dich fest halten und festhalten. Lass mich Dir Glück eröffnen, dein Sonnenschein am Morgen und Mondlicht über dem See sein. Ich gebe Dir, was Du möchtest, was Du brauchst, was Du willst. Wenn das, was Du willst auch ich bin. Doch du schweigst.

Continue Reading
Gedankenseiten, Lyrik

Der Sucher

Wenn ich durch den Sucher schaue, sehe ich die Welt, wie ich sie fühle. Ich sehe fokussiert, ich sehe Details, ich sehe Schönheit im Verborgenen, im Offensichtlichen; im kleinen und im Großen. Ich sehe Liebe und ich sehe Trauer. Wenn ich durch den Sucher schaue, sehe ich in Dich hinein. Ich sehe wie wunderschön Du bist und wie unglaublich traurig; wie verzweifelt und wie voller Hoffnung, als unbändiges Unkraut Deines Herzens. Ich sehe das Leuchten in deinen Augen und vergangene Tränen auf deinr Naenspitze. Wenn ich durch den Sucher schaue, sehe ich nur, was vor mir liegt. Und was hinter mir ist, sind nur leise Echos aus einer Welt, die nicht wichtig ist. Ich sehe distanziert und fokussiert zugleich; Nichts…

Continue Reading
Gedankenseiten, Lyrik

Schöne Dame neben mir…

Hallo, schöne Damen neben mir! Gerade bist du in die Straßenbahn gestiegen und hast Dich auch promt neben mich gesetzt. Das Lächeln auf Deinen Lippen fiel mir, zwischen all den müden und ernsten Gesichtern des Morgens sofort auf. Dein Lächeln war ansteckend und ich lächle nun auch und frage mich, was es Deines hervorrief. Hey, schöne Dame neben mir! Was macht Dich so glücklich, dass Du Dich vom Morgengrau so abhebst und selbst meinem müden Gesicht ein Lächeln entlockst? War es eine gute Nachricht über den Erfolg Deines Freundes bei der Arbeit? War es eine SMS eines alten, aber sehr guten Freundes von früher? Oder war es vielleicht Dein Lieblingssong im Radio, nachdem Du aufgestanden bist? Vielleich war es auch…

Continue Reading
Gedankenseiten, Lyrik

[Lyrik] Zeit für!

Es ist Zeit. Es ist so weit! Seid bereit! Geht hinaus, tut euer Werk Tut, was ihr müsst, tut was getan werden muss. Geht aus dem Haus, atmet die Luft. Riecht den Duft von frischem Regen, Gras, Wind, Lieferverkehr. Geht hinaus! Jeder. Alle. Mit dem, was er kann, hat; will; muss! Tut euer Werk. Denn es muss getan werden. „Wer, wenn nicht wir; wo, wenn nicht hier?“ Wann, wenn nicht jetzt? Denn es ist Zeit. Zeit für Helden.

Continue Reading
Gedankenseiten, Lyrik

Nie

Er war immer korrekt. Er war immer pünktlich, kam nie zu spät zur Arbeit. Sein Arbeitsplatz war immer ordentlich. Kein Auftrag wurde von ihm zu spät abgegeben, nie vergaß er einen Termin. Er gratulierte immer pünktlich zum Geburtstag; selbst bei entfernt Bekannten. Er bezahlte immer pünktlich seine Steuern in voller Höhe und gab immer seinen Anteil an die GEZ. Nie kam er mit ungewaschenen Haaren zur Arbeit, immer saß sein Krawattenknoten korrekt. Sein Hemd war immer gebügelt, der Anzug immer ordentlich gereinigt. Er ging stets pünktlich zum Training und gab immer alles dort. Er machte seine Übungen zu Hause und aß immer pünktlich zu festen Zeiten. Er behielt immer jedes Geheimnis für sich, das ihm anvertraut wurde, war stets ein…

Continue Reading
Gedankenseiten, Lyrik

Fluss

Nur ein Gefühl. Nur ein Gedanke. Nur ein flüchtiges Streben ohne Wiederkehr. Dein Kopf ist leer. Deine Füße kühl. Gedanken ohne Leben. Denn ein Fluss fließt durch Dich. Ein Fluss fließt durch mich. Reißt alles hinfort, was bisher war; Reißt es fort und es ist nicht mehr da. Nimmt es mit sich, nimmt es fort. Nimmt’s an einen weit entfernten, schöneren Ort. Schwer fällt mein Kopf auf den Sand. Ich will nicht mehr, weil ich nicht mehr kann. Leblos fällt mein Ich von mir ab. Mein Geist fliegt gen Himmel, lässt den Körper hinter sich; lässt vom Irdischen endlich ab. Denn ein Fluss fließt durch mich. Ein Fluss fließt durch Dich. Reißt alles hinfort, was bisher war; Reißt alles fort…

Continue Reading
Gedankenseiten, Lyrik

Wege durch die Nacht

Wege durch die Nacht Allein gelassen und vergessen stehe ich und schau dich an. Die letzten Tränen war’n die letzten nur schwerlich komme ich voran. Ohne Willen, ohne Zweck, lässt sich alles schwerlich tun. Ich habe Hoffnung, doch schieb‘ sie weg und lasse mich selbst nicht ruh’n. Beschwerlich mach‘ ich meine Wege durchs Gestrupp und Gezweig des Lebens Auch wenn ich viele Zweifel hege, weiß ich, es ist nicht vergebens. Allein gelassen geh ich voran mit dir auf meinem Weg vorn an.

Continue Reading
Gedankenseiten, Lyrik

Zufall

Ich glaube im Gegensatz zu mach and’rem, dass wir weniger von Gott geschaffen, denn ich glaube, dass allemann sind, was jeder einzeln kann. Klar gesprochen heißt das dann, dass wir selbst uns selbst geschaffen. Uns selbst, uns’re Welt, Freude, Waffen… Die uns’re Existenz, wer richtig hinschaut, erkennt’s, ist nur ein großer Zufall. Staub, Schleim und Erde kamen glücklicherweise so zusammen, dass draus der Mensch dann werde. Letztendlich dann widerten wir uns selber an und dann suchten wir eine Ausrede und erfanden Gott, dass er uns nach dem Leben eben Erlösung gebe. Doch Gott sind wir selbst, nur eben nicht allein. Drum sollten wir in unserem Denken manchmal etwas göttlicher Sein. Doch Zufall, Blasphemie oder Antipathie hin und her. Einzig sichrer…

Continue Reading
Lyrik

Was wir müssen

Was wir müssen *************** Wie ist es,  jemanden zu verlieren? Zu spüren, wie dort ein großes Loch entsteht. Ohnmächtig mit anzusehen, wie jemand von einem geht, zu sehen, wie ein Leben vergeht, und einfach daneben zu stehen. Es ist Qual.  Es ist Schmerz. Es bricht einem das Herz. Nimmt einem jede Hoffung. Daneben zu stehen, nichts tun zu können, zuzusehen, und doch lächeln zu können. Weil es das letzte ist,  was der andere sieht und ihm auf die Stirn zu küssen, ist das, was wir müssen.

Continue Reading
Lyrik

Gedicht: also

also ******* Also stehe ich nun hier. Auf der Schwelle, vor einer neuen Tür. „Stehe“. Nicht „gehe“. Wage ich es? Gehe ich weiter? Oder halt‘ ich lieber am alten fest? Ich hör‘ das Blut in meinen Ohren pulsieren. Wenn ich länger warte, hab‘ ich vielleicht schon verloren. Gehe ich weiter, lasse ich altes weit hinter mir. Nun stehe also vor dieser Tür. Stehe. Nicht gehe. Stillstand.

Continue Reading