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Category Archives: Lyrik

Ja-Wort

Lass mich Dein Netz und doppelter Boden sein;
Dein Auffangbecken;
Dein sicherer Hafen.
Lass mich Dir Geborgenheit geben
und Dich fest halten
und festhalten.

Lass mich Dir Glück eröffnen,
dein Sonnenschein am Morgen
und Mondlicht über dem See sein.

Ich gebe Dir,
was Du möchtest,
was Du brauchst,
was Du willst.
Wenn das, was Du willst
auch ich bin.

Doch du schweigst.

 

Posted by on 11. Juli 2014 in Lyrik

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Der Sucher

Wenn ich durch den Sucher schaue,
sehe ich die Welt, wie ich sie fühle.
Ich sehe fokussiert, ich sehe Details, ich sehe Schönheit im Verborgenen, im Offensichtlichen; im kleinen und im Großen.
Ich sehe Liebe und ich sehe Trauer.

Wenn ich durch den Sucher schaue,
sehe ich in Dich hinein.
Ich sehe wie wunderschön Du bist und wie unglaublich traurig;
wie verzweifelt und wie voller Hoffnung, als unbändiges Unkraut Deines Herzens.
Ich sehe das Leuchten in deinen Augen und vergangene Tränen auf deinr Naenspitze.

Wenn ich durch den Sucher schaue,
sehe ich nur, was vor mir liegt.
Und was hinter mir ist, sind nur leise Echos aus einer Welt, die nicht wichtig ist.
Ich sehe distanziert und fokussiert zugleich;
Nichts entgeht mir. Und wenn doch, ist es nicht wichtig.

35 mm;
Blende 2.8
ISO 100
Fokussieren, scharf stellen, Bildausschnitt suchen und auf den Auslöser drücken.

Ich sehe dich, ich sehe das Bild. Ich sehe die Welt. Ich sehe den Moment.
Und ich halte alles Fest.
Nichts hindert mich.
Weder Krankheit, noch Unglück.
Das Bild ist der Moment für immer.

Wenn ich durch den Sucher schaue,
finde ich, was ich brauche, ohne zu wissen, wonach ich suche.
Das Wetter ist egal.
Der Ort ist Nebensache.
Das Licht ist nur ein Mittel.
Und der Sucher ist mein Finder.

 

Posted by on 20. Juni 2014 in Gedankenseiten, Lyrik

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Schöne Dame neben mir…

Hallo, schöne Damen neben mir!
Gerade bist du in die Straßenbahn gestiegen und hast Dich auch promt neben mich gesetzt. Das Lächeln auf Deinen Lippen fiel mir, zwischen all den müden und ernsten Gesichtern des Morgens sofort auf. Dein Lächeln war ansteckend und ich lächle nun auch und frage mich, was es Deines hervorrief.
Hey, schöne Dame neben mir!
Was macht Dich so glücklich, dass Du Dich vom Morgengrau so abhebst und selbst meinem müden Gesicht ein Lächeln entlockst? War es eine gute Nachricht über den Erfolg Deines Freundes bei der Arbeit? War es eine SMS eines alten, aber sehr guten Freundes von früher? Oder war es vielleicht Dein Lieblingssong im Radio, nachdem Du aufgestanden bist? Vielleich war es auch nur die Morgensonne, die Dich zum Niesen gebracht hat und das Kitzeln in der Nase war es, was Dich schmunzeln lies. Eventuell bist Du auch einfach ein fröhlicher Mensch und lachst und lächelst viel.
Das wäre schön. Aber egal, was es ist – zwischen all diesen farblosen Gestalten hier gibt es nur wenige, die so schön lächeln können. Da bin ich mir sicher.
Hi, schöne Damen neben mir!
Weißt Du eigentlich, dass Du mich gerade glücklich machst?
Wir kennen uns nicht und haben uns nie zuvor gesehen. Aber Dein Lächeln, dass auch Deine leuchtenden Augen erreicht hat, steckt einfach an. Und Lächeln macht glücklich, habe ich mal gelesen. Ich denke, du lächelst viel.
Liebe schöne Dame neben mir,
wollen wir nicht mal einen Kaffee zusammen trinken gehen und gemeinsam lächeln? Ich möchte Dich gern kennenlernen und etwas von Deiner Sonne tanken, die all diese grauen Männer verblassen lässt! Ich lade Dich ein! Und gern auch ein Brownie soll drin sein und wenn Du magst, bekommst Du auch einen Iced Caramel Macchiato Frappochino!

Bye, schöne Dame neben mir!
Du steigst aus und gehst Deiner Wege. 15 Minuten hat unser gemeinsamer Weg in diesem Leben gedauert und es schien währenddessen selbst bei Regen die Sonne. Ich hoffe, Du wirst heute ganz, ganz viel Glück haben und weiterhin so bezaubernd lächeln.
Ich für meinen Teil, werde es tun.
Leb wohl, schöne lächelnde Damen neben mir!
Ich hoffe, wir lächeln irgendwann mal wieder zusammen.

 

Posted by on 22. Oktober 2013 in Gedankenseiten, Lyrik

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[Lyrik] Zeit für!

Es ist Zeit.
Es ist so weit!
Seid bereit!
Geht hinaus,
tut euer Werk
Tut, was ihr müsst,
tut was getan werden muss.
Geht aus dem Haus,
atmet die Luft.
Riecht den Duft
von frischem Regen,
Gras,
Wind,
Lieferverkehr.
Geht hinaus!
Jeder. Alle.
Mit dem, was er kann,
hat;
will;
muss!
Tut euer Werk.
Denn es muss getan werden.
„Wer, wenn nicht wir;
wo, wenn nicht hier?“
Wann, wenn nicht jetzt?
Denn es ist Zeit.
Zeit für Helden.

 

Posted by on 10. August 2011 in Gedankenseiten, Lyrik

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Nie

Er war immer korrekt.
Er war immer pünktlich, kam nie zu spät zur Arbeit. Sein Arbeitsplatz war immer ordentlich. Kein Auftrag wurde von ihm zu spät abgegeben, nie vergaß er einen Termin.
Er gratulierte immer pünktlich zum Geburtstag; selbst bei entfernt Bekannten. Er bezahlte immer pünktlich seine Steuern in voller Höhe und gab immer seinen Anteil an die GEZ.
Nie kam er mit ungewaschenen Haaren zur Arbeit, immer saß sein Krawattenknoten korrekt. Sein Hemd war immer gebügelt, der Anzug immer ordentlich gereinigt.
Er ging stets pünktlich zum Training und gab immer alles dort. Er machte seine Übungen zu Hause und aß immer pünktlich zu festen Zeiten.
Er behielt immer jedes Geheimnis für sich, das ihm anvertraut wurde, war stets ein guter Freund und hatte jederzeit einen guten Rat zu Hand. Nie verwehrte er anderen Hilfe und immer fuhr er die Partygäste heim.
Er rauchte nicht und nahm keine Drogen. Er hatte immer ein Brötchen oder etwas Vergleichbares für den Obdachlosen an der Ecke parat. Er ging stets wählen und akzeptiere jede Religion.
Oft brach er weinend vor dem Schlafengehen oder nach dem Aufstehen zusammen. Doch verließ er nie zu spät die Wohnung.
Er liebte guten Tee, hatte aber auch nicht gegen einen frischen gebrühten Kaffee.
Manchmal starrte er stundenlang an seine Zimmerdecke, ohne schlafen zu können, doch nie drückte er am Morgen die Schlummertaste seines Weckers.
Seine Uhr war immer nach der Atomzeit gestellt und die Miete ging jeden Monat pünktlich auf das Konto seines Vermieters ein. Alle zwei Wochen säuberte er die Treppe und goss seine Blumen, wie es auf dem Beizettel stand. Das Geschirr war immer abgewaschen und Staub immer gewischt und gesaugt. Die Akten waren immer sortiert, die Bücher alphabetisch geordnet.

An all das dachte er nicht eine Sekunde lang, als er sich vom Geländer abstieß und in die Tiefe fiel.

 

Posted by on 28. Oktober 2010 in Gedankenseiten, Lyrik

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Fluss

Nur ein Gefühl.
Nur ein Gedanke.
Nur ein flüchtiges Streben
ohne Wiederkehr.
Dein Kopf ist leer.
Deine Füße kühl.
Gedanken ohne Leben.

Denn ein Fluss fließt durch Dich.
Ein Fluss fließt durch mich.
Reißt alles hinfort, was bisher war;
Reißt es fort und es ist nicht mehr da.
Nimmt es mit sich, nimmt es fort.
Nimmt’s an einen weit entfernten, schöneren Ort.

Schwer fällt mein Kopf auf den Sand.
Ich will nicht mehr, weil ich nicht mehr kann.
Leblos fällt mein Ich von mir ab.
Mein Geist fliegt gen Himmel,
lässt den Körper hinter sich;
lässt vom Irdischen endlich ab.

Denn ein Fluss fließt durch mich.
Ein Fluss fließt durch Dich.
Reißt alles hinfort, was bisher war;
Reißt alles fort und es ist nicht mehr da.
Nichts hat vor ihm Bestand.
Nimmt uns mit in ein fremdes Land.

Jeder Schritt ist schwer.
Ich bleibe steh’n;
ich kann nicht mehr.
Setz‘ mich leis‘
auf den Boden meine Seele,
schlafe ein,
auf dass ich mich nicht mehr qäle.

Denn ein Fluss fließt in uns.
Reißt uns hinfort
an einen fremden
weiten
schöneren Ort.
Schwerelos und schnell
verlässt uns die Welt
weil uns hier nichts mehr hält.

Ich wache auf.
Mit Tränen im Gesicht.
Es war ein Traum.
So etwas, wie meinen Fluss
gibt es wohl nicht.

Denn ein Fluss floss duch mich hindurch.
Floss durch mich, floss durch Dich.
Riss alles hinfort
an einen stillen, fremden, unwirklichen Ort.
Schwemmte schlechtes Weg,
ließ gutes liegen.
Von diesem Fluss
ist nur meine Erinnerung geblieben.

Ich schlafe ein.
Träume vom Fluss
und uns’rem schönen Ort.
Träume von Licht und Wärme und Weisheit.
Und dann riss mein Fluss mich fort…

 

Posted by on 8. Februar 2010 in Gedankenseiten, Lyrik

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Wege durch die Nacht

Wege durch die Nacht

Allein gelassen und vergessen
stehe ich und schau dich an.
Die letzten Tränen war’n die letzten
nur schwerlich komme ich voran.

Ohne Willen, ohne Zweck,
lässt sich alles schwerlich tun.
Ich habe Hoffnung, doch schieb‘ sie weg
und lasse mich selbst nicht ruh’n.

Beschwerlich mach‘ ich meine Wege
durchs Gestrupp und Gezweig des Lebens
Auch wenn ich viele Zweifel hege,

weiß ich, es ist nicht vergebens.
Allein gelassen geh ich voran
mit dir auf meinem Weg vorn an.

 

Posted by on 21. Januar 2010 in Gedankenseiten, Lyrik

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Zufall

Ich glaube
im Gegensatz zu mach and’rem,
dass wir weniger von Gott geschaffen, denn
ich glaube,
dass allemann
sind, was jeder einzeln kann.
Klar gesprochen heißt das dann,
dass wir selbst uns selbst geschaffen.
Uns selbst, uns’re Welt, Freude, Waffen…

Die uns’re Existenz,
wer richtig hinschaut, erkennt’s,
ist nur ein großer Zufall.
Staub, Schleim und Erde
kamen glücklicherweise
so zusammen, dass draus der Mensch dann werde.

Letztendlich dann
widerten wir uns selber an
und dann
suchten wir eine Ausrede
und erfanden Gott, dass er uns nach dem Leben eben
Erlösung gebe.

Doch Gott sind wir selbst,
nur eben nicht allein.
Drum sollten wir in unserem Denken
manchmal etwas göttlicher Sein.

Doch Zufall, Blasphemie oder Antipathie
hin und her.
Einzig sichrer Fakt für mich ist der:
Ich gebe hier und gerne zu –
der, für mich beste Zufall,
der bist Du.

 

Posted by on 20. Januar 2010 in Gedankenseiten, Lyrik

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Was wir müssen

Was wir müssen
***************

Wie ist es, 
jemanden zu verlieren?
Zu spüren,
wie dort ein großes Loch entsteht.

Ohnmächtig mit anzusehen,
wie jemand von einem geht,
zu sehen, wie ein Leben vergeht,
und einfach daneben zu stehen.

Es ist Qual. 
Es ist Schmerz.
Es bricht einem das Herz.
Nimmt einem jede Hoffung.

Daneben zu stehen,
nichts tun zu können,
zuzusehen,
und doch lächeln zu können.

Weil es das letzte ist, 
was der andere sieht
und ihm auf die Stirn zu küssen,
ist das, was wir müssen.

 

Posted by on 2. April 2009 in Lyrik

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Gedicht: also

also
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Also stehe ich nun hier.
Auf der Schwelle,
vor einer neuen Tür.

„Stehe“.
Nicht „gehe“.
Wage ich es?
Gehe ich weiter?
Oder halt‘ ich lieber
am alten fest?

Ich hör‘ das Blut in meinen Ohren
pulsieren. Wenn ich länger warte,
hab‘ ich vielleicht schon verloren.

Gehe ich weiter,
lasse ich altes
weit hinter mir.

Nun stehe also
vor dieser Tür.

Stehe.
Nicht gehe.

Stillstand.

 

Posted by on 16. März 2009 in Lyrik

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