Gedangänge

Gedankensprung II – Sometimes they need someone

Alles um Dich herum zieht vorbei. Du bleibst stehen. Willst nicht mehr. Kannst nicht mehr. Resignierst. Du lässt es einfach sein; nimmst nicht mehr teil an dem Geschehen um Dich. Du willst allein sein und schottest Dich ab. Der Druck ist zu hoch. Die Last zu schwer. Bist Deinen eigenen Gedanken einfach ausgeliefert, ohnmächtig irgendetwas zu tun. Zu unmotiviert, um irgendetwas zu tun. Siehst vor Dich hin. Siehst ein, dass Du verloren hast und lässt das Ende einfach auf Dich zukommen. Doch dann scheint es plötzlich, dass Du gebraucht wirst. Und raffst Dich wieder auf. Und hilfst, wo Deine Hilfe gebraucht wird. Ohne einen Gedanken an Konsequenzen. Oder an Dich.

Gedangänge

Gedankensprung I

Krawatte richten, Hemd glätten. Die Uhr an den Arm geschnallt, das Jackett übergestreift. Noch einmal in den Spiegel geschaut. Das smarte Lächeln aufgesetzt. Und nur Deine Augen verraten, was wirklich in Dir vor geht. Für jene, die es sehen und verstehen können. Same business as always: The show must go on.

Gedangänge

Unter'm Nachthimmel

Es ist tiefe Nacht. Und ich kann einmal mehr nicht schlafen. Gedankenschwanger ziehe ich alle paar Minuten durch die Wohnung. Alles hier schläft. Irgendwie. Der Tee neben meinem Bett ist mittlerweile eiskalt. Schnee hat sich an meinem Fenster gesammelt. Bis vor ein paar Stunden hat es heftig geschneit. Jetzt ist der Himmel klar. Ich ziehe mir etwas über und gehe auf den Balkon. Ich fege mit der Hand eine Schneewehe vom Stuhl, der hier immer steht und setze mich. Die frische und kalte Luft umfängt mich; ich atme tief ein. Ich höre die Stille. Kein Auto fährt mehr und jedes andere Geräusch wird scheinbar vom Schnee verschluckt. Ich mag den Winter nicht. Die Kälte nicht und auch nicht den Schnee.…

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Gedangänge

Nie

Er war immer korrekt. Er war immer pünktlich, kam nie zu spät zur Arbeit. Sein Arbeitsplatz war immer ordentlich. Kein Auftrag wurde von ihm zu spät abgegeben, nie vergaß er einen Termin. Er gratulierte immer pünktlich zum Geburtstag; selbst bei entfernt Bekannten. Er bezahlte immer pünktlich seine Steuern in voller Höhe und gab immer seinen Anteil an die GEZ. Nie kam er mit ungewaschenen Haaren zur Arbeit, immer saß sein Krawattenknoten korrekt. Sein Hemd war immer gebügelt, der Anzug immer ordentlich gereinigt. Er ging stets pünktlich zum Training und gab immer alles dort. Er machte seine Übungen zu Hause und aß immer pünktlich zu festen Zeiten. Er behielt immer jedes Geheimnis für sich, das ihm anvertraut wurde, war stets ein…

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Gedangänge

Leer

Ich wache auf. Orientierungslos schaue ich mich um und fasse auf die Bettseite neben mir. Mein ausgeklapptes Bett ist leer. Der Raum ist kalt. Verschlafen drehe ich mich auf die andere Seite. Hier ist sie sicher. Aber auch diese Seite des Bettes ist leer. Langsam realisiere ich, dass das zweite Zudeck nicht angefasst wurde, sondern nach wie vor zusammengelegt auf der anderen Betthälfte liegt. Ein flaues Gefühl stellt sich mir im Magen ein. Dieses Bettdeck ist leer und kalt. Und das war es auch schon als ich gestern Nacht ins Bett gegangen bin. Und auch, als ich Stunden später irgendwann wegdämmerte. Die Wahrheit holt mich ein. Ich werde zurück in die Wirklichkeit gerissen. Das Bett bleibt leer. Und kalt. Benommen…

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Gedangänge

Schritte

Unser Leben besteht aus Schritten. Unsere erste Schritte als Kleinkind sind immer etwas besonderes und werden es für die Eltern wohl immer bleiben. In der Natur sind die ersten Schritte meist lebensnotwendig. Und eine lange Reise beginnt bekanntlich immer mit dem ersten Schritt. So bestimmen Schritte also unser Leben. Bewusst und unbewusst. Einige machen wir, weil wir es wollen, andere, weil wir es müssen und wieder andere, weil wir glauben, sie tun zu müssen. Aber wir tun sie. Denn sie sind für uns das, was wir zum Leben brauchen. Stillstand bedeutet das Ende. Vielleicht nicht gleich, dennoch bald. Wir müssen uns voranbewegen – das ist die Natur von uns. So gehen wir also. Einen Fuß vor den anderen. Schritt für…

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Gedangänge

Allein unter vielen.

Ich fühle mich allein. Ich bin von Leuten umgeben. Jeder Menge Leuten. Doch Sie gehen an mir vorbei. Sie sind wie einsame Schatten, die sich ändern. Die kommen und gehen und sich wandeln, je nach Stand der Sonne. Ich werde allein bleiben. Niemand wird warten, wenn ich nach hause komme, niemand wird sich freuen, mich umarmen, mich küssen, mich fragen, wie mein Tag war. Oder meine Woche. Oder wie ich mich fühle. Allein und einsam werde ich meine Stunden fristen, werde meine Zeit verbringen, bis ich wieder losfahre. Allein, wie ich gekommen bin. Zwischen Schatten, transparenten Schemen, die mich ignorieren, wie ich Sie nicht kenne. Allein unter vielen. Ich vermisse es jetzt schon. Zu wissen, dass das zweite Bettdeck auf…

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Gedangänge

Helden

Vor kurzem bin ich einmal mehr mit dem Zug von Rostock nach Neubrandenburg gefahren. Wer die Strecke kennt, der weiß, dass sie schrecklich ist und ständig unterbrochen, durch Schienenersatzverkehr ersetzt werden muss. So auch an diesem Tag. Es war einer dieser Tage, der so brütend heiß war und die Schienen hatten sich wohl irgendwie verbogen. Die Stimmung der Passagiere war entsprechend gereizt und jeder wollte wenigstens einen Sitzplatz bei der Hitze haben. So war es kein Wunder, dass jeder sofort aus dem Zug zum Bus stürzte, seinen Koffer in die Fahrradnische stellte und Platz nahm. Jene, die nicht so schnell sein konnten, sei es aus Altersgründen oder einfach, weil das Gepäck zu schwer war, hatten das Nachsehen.

Gedangänge

Kaffee schwarz, bitte… nee weiß… bunt!

Ein Gedanke, der mir schon seit einiger Zeit durch den Kopf geht, ist der, warum man sich immer festlegen muss. Ich meine ehrlich: Ich sitze zum Kaffee bei meinen Eltern und bekomme einen Kaffee eingegossen. Ich: „Bitte nur halbvoll. Ich mach mir noch Milch und Zucker rein.“ Entgeisterte Blicke. Ich: „Was?!“ Muddi: „Ich dachte immer, du trinkst den schwarz.“ Warum muss man sich bei Kaffee eigentlich festlegen? Ich kenne niemanden, den seinen Kaffee mal so und mal so trinkt. Alle „immer bunt“ oder „immer weiß“ oder eben „immer schwarz“. Welchen Sinn hat das? Ich hab halt mal Bock auf Kaffee schwarz. Mal aber eben auch auf Kaffee bunt (Milch und Zucker) Vielleicht ist es ja die macht der Gewohnheit, eben…

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Gedangänge

Diary

Ich habe Kopf. Hört sich lustiger an, als es ist. Denn ich habe einen Kopf. Klar. Und da haben wir auch schon mein Problem. Hätte ich den nicht, würden mir wohl nicht so viele Gedanken durch selbigen gehen. Wie auch. Trotzdem habe ich Kopf. Und mit ihm auch Kopfschmerzen. Wegen der Probleme, die mir drin rumschwirren. Wegen des Zwistes, den Kopf und Herz haben. Sind die Probleme eigentlich die Ursache für meine Gedanken oder die Gedanken die Ursache für meine Probleme? Wenn ich das wüsste, könnte ich versuchen, etwas dagegen zu tun. Aber so… bleibt mir lediglich, herumzusitzen und Kopf zu haben. Oder eben Kopfschmerzen. Und mein Herz? Es zerspringt, zerreißt und explodiert vor Schmerz. Wenn das Herz weg ist,…

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