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Gedankensprung V – Probleme

April 19

Es ist noch gar nicht lang her, da hat mir eine für mich gute Freundin den Kopf gewaschen. Im übertragenen Sinne. Der Grund dafür ist nebensächlich.
Fakt ist, dass ich gewisse Versäumnisse mit einer Aufzählung meiner aktuellen Probleme und Problemchen begründen wollte.
Sie endete ihre „Ansprache“ an mich mir dem Satz „Probleme haben wir alle.“
Das brachte mich zum Nachdenken.
Mir fiel auf, dass ich sie nicht einmal gefragt hatte, wie es ihr geht. Und da sie am anderen Ende Deutschlands wohnt, sehe ich sie so gut, wie nie. Ich war – mal wieder – nur auf mich fixiert. Auf meine Probleme. Auf meine Weh-weh-chen.
Probleme haben wir alle. Ja. Offensichtliche, wie auch nicht sichtbare. Einige Probleme behalten wir alle für uns, von anderen reden wir offen. Doch es dürfte wohl niemanden geben, den nichts auf dem Herzen liegt. Der ein oder andere vermag es, diese Probleme für einen gewissen Zeitraum auszublenden. Andere wiederum nicht. Doch jeder wird sowohl von seinem Glück, als auch von eben jenen Probleme beeinflusst. Das abzuschalten, ist reine Utopie. Was uns nahe geht, bestimmt uns. Ganz einfach.
Probleme haben wir alle.
Daran sollten wir häufiger denken. Mehr reflektieren. Und so die Fähigkeit erlangen, besser zu verstehen.
Es soll niemand Seelsorger für den Kollegen spielen, wenn er es nicht will. Aber Fehler oder einfach ein anderes Verhalten sollte nicht gleich auf Böswilligkeit bezogen werden. Es ist nur eine Hilfe. Eine Hilfe, zu versuchen, ein Verständnis für die andere Seite, jene, die uns gegenüber steht, zu finden und zu begutachten. Denn jeder hat Probleme.

Aber so ist es vielleicht eines weniger.

 

Posted by on 19. April 2011 in Gedankenseiten, Gedankensprünge

5 Comments

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5 responses to “Gedankensprung V – Probleme

  1. Cera

    13. August 2013 at 09:52

    Was Du sagst erscheint mir sehr wahr und auch hab mich schon malbei meinem Egoismus erwischt, doch auch wenn wir alle Probleme haben ist eines Fakt.
    Das Problem eines anderen ist nicht unbedingt größer als das eigene. Auch wenn es sich dabei um Liebeskummer und Hunger im vergleich handelt. KLar, wir werden jetzt alle denken dass wir wissen was schlimmer ist.
    Aber der verschmähte kennt den Hunger wahrscheinlich gar nicht.

    Und ist Schmerz ist nicht individuell?
    Oft opfert man sich im Leben für geliebte Menschen auf und wenn sie dann gegangen sind, bereut man es sicht, aber man fühlt sich schon… benutzt. irgendwie.
    Ich hab vor einigen TAgen etwas sehr wahres geört, bezogen auf das Leid des eigenen Selbst.

    „Ist es nicht individuell wie schlecht es jedem geht? Mir geht es schlecht! Und ich möchte jetzt leiden!“

    Ich finde diese Zeit sollte jeder Leidende auch bekommen… Auch wenn es ein halbes Jahr dauert. Nur irgendwann muss man – mit Kopfwäsche oder ohne – den Kopf wieder hoch nehmen, auch wenn der Hals dreckig ist.

     
  2. Ines

    28. Juli 2011 at 19:43

    Naja, es sollte genug Zeit da sein, um zu sehen, sind es Probleme oder Befindlichkeiten…
    „Was uns nahe geht, bestimmt uns“ – vielleicht doch: Ich bestimme, was mir nahe geht? Wieviel lass ich an mich ran? Nicht hartherzig, sondern gesund ego-istisch, denn es bleibt meist so viel hängen-als Nebel, negative Energie oder im Unterbewusstsein, braucht man das?
    Ich bin eher für Lösungen, denn Problembewältigung. Weniger sich selbst so ernst nehmen-mehr fragen
    Was ist?
    Was soll sein?
    Was tue ich dafür?
    Wie wichtig ist es mir?
    Was kann ich verlieren?
    Und schon sind etliche „Probleme“ nur noch Schatten, die weiterziehen….

     
  3. Jan

    22. April 2011 at 18:27

    Toller Blog, ich komme ab jetzt oefter

     
  4. Markus Walther

    20. April 2011 at 06:16

    Wie ich immer zu sagen pflege: „Wir haben alle unsere Leichen im Keller.“
    Ein schöner und lesenswerter Gedankensprung.

     
  5. Gedankenfabrik

    19. April 2011 at 14:40

    *Daumen hoch*

     

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