Gedangänge

[Essay] Große Dichter und Denker

Große Dichter und Denker hatten immer einen passenden Spruch parat. Immer wussten sie etwas kluges und elegantes von sich zu geben. Große Dichter und Denker… sie sind tot. Ich muss zugeben, ich bin in den letzten zwei Tagen sehr nah am Wasser gebaut. Ich bin vielleicht weder großer Dichter, noch Denker. Vielleicht habe ich deshalb kaum einen klugen Spruch parat. Ich habe ein Buch mit Lebensweisheiten… große Dichter und Denker… sie helfen mir trotzdem nicht. Ich habe eine Freundin. Ich gebe zu: Wir kennen uns noch nicht lange. Aber es ist etwas besonderes. Wirklich. Da ist ein Band zwischen uns, das man so selten findet. Es hat sich eine gute Freundschaft entwickelt. Meine Freundin hat Krebs. Und jetzt? Wo sind…

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Wunder

Wie Du weißt, bin ich ein recht rationaler Mensch. Für mich ist das menschliche Wesen eher Zufall, denn göttlicher Schöpfung. Wir alle sind – kosmisch gesehen – völlig unbedeutend. Und sollten wir an einer Kolera-Epedemie dahin siechen, uns gegenseitig mit A-B-C-Waffen ins Jenseits bomben oder durch einen Kometen-Einschlag, den Dinosauriern gleich, von der Erde verschwinden, so krazt es das Universum – die kosmische Verbindung von allem – überhaupt nicht. Unser Planet ist nur einer von vielen. Unsere Sonne ist nur eine von vielen und dazu auch noch recht klein. Unsere Galaxie ist nur eine von so vielen, das wir nicht einmal eine Zahl dafür haben. Und ob ich nun einen Song von U2 aus dem Internet habe oder mir die…

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Gedicht: also

also ******* Also stehe ich nun hier. Auf der Schwelle, vor einer neuen Tür. „Stehe“. Nicht „gehe“. Wage ich es? Gehe ich weiter? Oder halt‘ ich lieber am alten fest? Ich hör‘ das Blut in meinen Ohren pulsieren. Wenn ich länger warte, hab‘ ich vielleicht schon verloren. Gehe ich weiter, lasse ich altes weit hinter mir. Nun stehe also vor dieser Tür. Stehe. Nicht gehe. Stillstand.

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Zu Ende

Zu Ende *********** Zu Ende. Das Spiel ist vorbei. Keine neue Runde, keine neue Chance. Bis hier hin ging’s und ab hier geht’s auch nicht weiter. Es ist vorbei. Kein Kämpfen mehr, keine Qualen. Ruhe. Endlich. Ende. Ist auch immer ein Anfang.

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Passion

Ich habe eine Freundin, die ist Cheerleaderin. Nicht so eine verwöhnte Schlampe, wie man sie aus Hollywood kennt, sondern eine richtige Cheerleaderin aus Leidenschaft. Sie ist mit ganzem Herzen dabei und solange ihr Partner dabei ist, macht sie überall und sobald sie kann Figuren aus dem Nichts heraus. Sie liebt es mit jeder Faser ihres Seins und das sieht man ihr an. Dann sind da noch meine Freundin und ihre Geschwister. Meine Freundin singt ebenso gerne, wie die Cheerleaderin ihre Figuren macht. Überall und jeder Zeit. Und sie ist verdammt gut darin. Sie singt jeden Amateur an die Wand, den ich kenne und ist noch lange nicht am Ende ihres Könnens angekommen. Wenn sie weiter macht, wird sie noch ganz…

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Des nachts

Es ist dieses Gefühl, sich nachts im Bett auf die Seite zu drehen und jemanden zu spüren. Der langsame und friedliche Atem, der ein wenig länger ausatmet, wenn man seinen eigenen Arm um die Person legt, als würde sie es bemerken, dass da jemand ist, der sie liebt, obwohl sie schläft. Dieser Moment, in dem alles so wunderbar erscheint, alles so ruhig, friedlich unantastbar; unendlich ist es, wenn jemand nachts neben einem liegt und langsam und dicht neben Dir atmet. So ruhig. So wunderbar friedlich. Es ist das Gefühl, das man hat, wenn diese Person seinen Arm um einen legt und Dir mehr im Schlaf, als wach einen Kuss auf die Wange gibt um eine Sekunde später wieder fest zu…

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Tränen

Es war Nacht. Kalt. Stürmisch. Und nass. Doch das hielt ihn nicht auf. Ein Feuer, heißer, als ein Vulkan und ewiger, als die Hölle brannte in ihm. Unter seinem Fuß gab das alte Moos nach; ein paar Zweige knackten. Dann sah er sie. Und er spürte, wie sich die Sehnsucht, die so riesig war, ihn bedrückt hatte.; wie eine Last von ihm abfiel, die er so nie zuvor gespürt hatte. Er ging auf sie zu und sie lächelte ihn an. Wartete auf ihn und empfing ihn mit einer Umarmung, die erlösend für beide war. Er streichelte ihr Haar und küsste sie auf die Stirn. Dann fing sie an zu weinen und er wollte ihr Tränen wegküssen. Doch nun weinte auch…

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Von Tee und Blockaden

Neubrandenburg, 12.August 2007, 01:33 Ich liege hellwach im Bett und starre an die, wegen der Dunkelheit, nicht zusehende Decke über mir. Ich kann nicht schlafen. Ganz im Gegenteil – ich war nie wacher in den letzten Tagen. Meine Finger kribbeln; meine Adern pochen vor Anspannung; mein Hirn schlägt Purzelbäume. Purzelbäume deshalb, weil es nicht weiterkommt. Ich habe eine Schreibblockade… Dabei habe ich in letzter Zeit so viel erlebt, so viel gesehen und noch viel mehr gedacht. Doch es half alles nicht. Setzte ich mich an den PC oder mit einem Stift vor einen Block, so konnte ich gerade einmal ein paar Zeilen zu Papier bringen, die ich zudem nach 5 Minuten auch wieder verwarf.

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Der alltägliche Weltuntergang

Freitag, 13. Januar 2007, 05:26, Neubrandenburg Ich wache auf. Das ist ungewöhnlich, denn es ist früh und dabei habe ich doch eine Stunde Ausfall. Irgendwie habe ich schlecht geschlafen. An einschlafen ist nicht mehr zu denken. Also schalte ich den Fernseher an. ARD. Nüchtern und sachlich begrüßt mich der Nachrichtensprecher mit einem „Guten Morgen“ und zeigt mir in den folgenden 20 Minuten, dass es keiner ist. Irgendwo im nahen Osten hat sich wieder ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und Frauen und Kinder mit sich gerissen. Ein Trucker ist am Steuer eingeschlafen und hat einen Schulbus mitgenommen. Britney Spears hat einen Neuen. Ich schalte weiter. Kyrill hat überall ordentlich gewütet. All zu viel mitbekommen habe ich davon allerdings nichts. Wahrscheinlich…

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