Essay, Gedankenseiten

Schwarz-Weiß

Geht irgendwo die Sonne unter, geht sie anderswo auf.
Das ist das ewige Schwarz und Weiß des Lebens. Das Ying und Yang quasi.
Es ist schon erstaunlich, wie sich dieses Schema ständig fortsetzt und zeigt. Alles ist im ständigen Gleichgewicht. Selbst dann, wenn es uns oft nicht so vorkommt.
Aber hält man es sich vor Augen beruhigt es irgendwie. Vielleicht ist die vermeidliche Katastrophe doch nicht so groß, wie man vorher dachte?
Jede neue Situation – ob durch Positives oder Negatives hervorgerufen – eröffnet ganz neue Wege und Möglichkeiten.
Jede Entscheidung, die wir treffen, ist  die Chance auf etwas Neues; egal, ob sie im Moment wie eine falsche Entscheidung aussieht. Ich schätze, wirklich falsch ist im Leben – objektiv betrachtet – gar nichts.
Alles ist ein Neumischen der Karten. Oder ein Aufnehmen von neuen, zusätzlichen.
Wie beim Mau-Mau kann einem eine 7, die einen zwei neue Karten aufnehmen lässt und so behindern und vom Sieg abhalten soll, eben zu diesem verhelfen. Denn zwei zusätzliche Karten heißen neue Kombinations- und Zugmöglichkeiten.
Ist das Leben denn dann ein Kartenspiel?
Vielleicht.
Wir müssen alle mit zufälligen Startbegebenheiten nach gewissen Regeln spielen, haben aber selbst  die Möglichkeit, zu entscheiden, wie wir was wann spielen. Welche Trümpfe, welche Fallen.
Genau wie in einen Kartenspiel gibt es höher- und niedrigerwertige Karten und genau wie in einem Kartenspiel wissen wir nicht, was als nächstes kommt und wie der nächste Zug unseres Gegenübers aussehen wird. Uns bleibt lediglich, aufmerksam zu bleiben und einen Plan B zu haben. Einen Notfallplan. Und auch dieser klappt eben manchmal nicht.
Dann bleibt uns lediglich, zwei neue Karten aufzunehmen, auszusetzen oder eine Strafkarte zu ziehen und mit den neuen Gegebenheiten zurechtzukommen.
Und auch hier gibt es wieder zwei Seiten. Schwarz und Weiß.
Verliere ich, gewinnt jemand anderes.
Gewinne ich, verliert jemand anderes.
Aber zwei Karten neu aufnehmen muss definitiv jemand. Der Stapel wird dann kleiner. Und die zwei neuen Karten müssen eben nicht schlecht sein. Sie passen vielleicht nicht gleich. Aber neue Gelegenheiten entstehen dadurch immer.
Es hilft, zu realisieren, dass es keinen Weltuntergang bedeutet, den Kürzeren zu ziehen, falsche Entscheidungen zu treffen oder im Nachteil zu sein.
Wichtig ist vor allem, im Spiel zu bleiben und bleiben zu wollen; stets das persönlich Beste aus dem zu machen, was man hat.
Unsere Starthand können wir nunmal nicht ändern.
Wohl aber, unsere Spielstrategie.

Und so nehme ich neue Situationen hin. Ich versuche zu machen, was ich kann, um im Spiel zu bleiben und dort bestmöglich abzuschneiden. Jedoch mit einem erfreulichen Wissen:Geht mein Stern unter, geht ein anderer auf.
Und so kann das gar nicht so schlecht sein…

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