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Göttliches Burnout

Neubrandenburg, 16. April 2010, 11:28

Ich sitze im Unterricht.
Und ohne Hohn muss ich sagen, dass es einfach so verdammt langweilig und schleppend voran geht. Keiner hat mehr Lust; weder Lehrer, noch Schüler. Großer Gott! Und ich vertreibe mir die Zeit mit Twittern vom Handy aus.

Gott… ob der auch twittert?
Ich meine… geht Gott mit der Zeit? Eigentlich schon, oder? Gott ist doch immer und überall. Also auch jetzt im Moment im Twitter. Und wenn er ständig und immer im Twitter, Facebook, MeinVZ und Co. Ist, ist er dann internetsüchtig?
Aber ich glaube, das ist für Gott alles nur Bewältigungstherapie. Schließlich hat der ne Menge zu tun. Und wenn Gott zeitlos ist und damit auch zeitgenössisch, dann hat er auch alle, gerade Modernen Krankheiten abbekommen. Diabetes, Rücken, Burnout.
Ja. Vor allem Burnout hat Gott ganz bestimmt.
Überlegt einmal. Ich habe vor nicht all zu langer Zeit eine ziemlich fanatisch religiöse Bloggerin im Twitter entdecken müssen. Sie hatte nicht nur eine verquere Meinung von der Welt, sondern auch noch Ansichten gehabt, die in Mittelalter gehören. Und davon gibt’s noch ne Menge. Weil Gott ja aber auch überall ist, ist er automatisch Follower von jedem.
Im Umkehrschluss heißt das, dass er von jedem einzelnen desorientieren Religiösen und jedem einzelnen Atheisten jeden einzelnen Tweet bekommt. Das alleine würde mich schon frusten und zur Verzweiflung treiben. Von den Farm-Ville-Einladungen bei Facebook einmal ganz zu schweigen…
Und dann kommen Leute, wie Ratzinger, die Kondome für AIDS in Südafrika und Homosexualität für Missbrauchsfälle verantwortlich machen. Oder Hr. Mixa, der offenbar neben seinem Weg auch noch seinen gesunden Menschenverstand verloren haben. Und all jene sind Follower der Kirche. Sie alle Re-tweeten sich gegenseitig. @-en sich zum FollowerFriday und Kommentieren sich gegenseitig. Und das wiederum heißt dann, dass Gott alle möglichen Tweets doppelt und dreifach bekommt.
Ich wäre so ausgebrannt, wenn ich Gott wäre. Ich bräuchte mal Urlaub vom Web 2.x und der Kirche. Denn wenn diese schon von allen guten Geistern verlassen ist, dann macht da ne Woche auch keinen wirklichen Unterschied, oder?
Und da haben wir es wieder… Gott ist überall. Und wo macht Gott dann Urlaub? Richtig. Überall. Und damit auch im Vatikan, in Suaheli und auch im Web 2.x … und so hat Gott eigentlich nie Urlaub. Er wird nur ge-follow-t und zugespamt.
Kein Wunder, dass Gott dann Burnout hat.

Und so, wie die Menschen sind, wird Gott dann bald eine Vorladung für das Arbeitsgericht haben und man wird feststellen, dass Gott nicht mehr arbeitstätig sein kann. Er würde seines Amtes enthoben werden müssen und seinen Job verlieren. Mit einer zwar saftigen Rente, nach 4 Milliarden Jahren Arbeitszeit, aber eben nichts mehr zu tun, wäre Gott dann also seiner göttlichen Pflichten und Möglichkeiten enthoben und würde allein, zu hause Kricket oder Golf spielen und wäre nur auf sich gestellt.

Na das wäre doch mal was…

 

Posted by on 16. April 2010 in Zusatzseiten

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Friends of mine: fhtagn!

Dieses Mal mein guter Freund und RPG-Kamerad Gregor Pasek.
Iäh, iäh! Cthulhu fhtagn! :]

 

Posted by on 17. Februar 2010 in Zusatzseiten

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Zufall

Ich glaube
im Gegensatz zu mach and’rem,
dass wir weniger von Gott geschaffen, denn
ich glaube,
dass allemann
sind, was jeder einzeln kann.
Klar gesprochen heißt das dann,
dass wir selbst uns selbst geschaffen.
Uns selbst, uns’re Welt, Freude, Waffen…

Die uns’re Existenz,
wer richtig hinschaut, erkennt’s,
ist nur ein großer Zufall.
Staub, Schleim und Erde
kamen glücklicherweise
so zusammen, dass draus der Mensch dann werde.

Letztendlich dann
widerten wir uns selber an
und dann
suchten wir eine Ausrede
und erfanden Gott, dass er uns nach dem Leben eben
Erlösung gebe.

Doch Gott sind wir selbst,
nur eben nicht allein.
Drum sollten wir in unserem Denken
manchmal etwas göttlicher Sein.

Doch Zufall, Blasphemie oder Antipathie
hin und her.
Einzig sichrer Fakt für mich ist der:
Ich gebe hier und gerne zu –
der, für mich beste Zufall,
der bist Du.

 

Posted by on 20. Januar 2010 in Gedankenseiten, Lyrik

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Nur ein Mensch…

Dieser Text ist völlig frei aus dem Bauch heraus geschrieben. Er legt keinerlei Wert auf Form und/oder Ausdruck und wird auch nicht noch einmal liegen gelassen um ihn anschließend zu überarbeiten.
Er entsteht aus einer Laune. Einer Laune, die ich schon lange in mir trage; tragen werde.
Nichts desto trotz tut es gut, hin und wieder auf diesem Wege etwa davon heraus zu lassen.

Ich bin ein Mensch, der… nein. Anders. Ich bin ein Mensch. So ist es richtig. Fange ich damit an, was ich bin und komme so vielleicht auf die richtigen Trichter, warum ich so bin.
Nun, ich bin also ein Mensch. Und es liegt, das ist allgemeinhin gültig, in der Natur des Menschen, nicht immer korrekt zu handeln.
Ein weiteres Indiz dafür, dass ich wirklich ein Mensch bin.
Denn ich habe vielen anderen Menschen Schmerz und Trauer gebracht. Ohne es gewollt zu haben, aber doch oft mit einer leisen Vorahnung im Hinterkopf, die ich allerdings immer erfolgreich unterdrückte.
Und es tut mir leid. Denn obgleich ich mich als einen Menschen einschätze, der stets versucht, das Richige zu tun, bin ich einer jener, die so oft genug noch alles schlimmer machten und machen.

Ich möchte mich hiermit entschuldigen. Entschuldigen bei jenen, deren Wege ich folgenschwer gekreuzt habe. Jene, die ich beeinflusst habe. Vermeindlich zum Guten und die dann doch in ein Loch fielen. Oft meinetwegen. Es tut mir Leid, dass ich euch so sehr vertrauensvoll vorkam und schlussendlich sehr häufig eine neue Tür ins Leere aufging. Entschuldigung an alle, die ich enttäuscht habe – es war nie meine Absicht.
Verzeiht, wenn ich euch allein ließ, wenn ich hätte da sein sollen, verzeiht, dass ich oft nie hielt, was ich versprach.

Ich kann nichts davon leugnen. Ich stehe jeden Tag vor dem Spiegel und sehe jeden einzelnen von euch. Jene, die ich heute noch Freunde nenne, die an mich aber nicht einen Gedanken mehr verschwenden und verschwenden wollen.
Ich sehe euch immernoch. Und ich vermisse euch. Vermisse die Möglichkeit, es besser zu machen. Meine Versprechen zu halten, der Held zu sein, für den ihr mich einst hieltet.

Doch ich kann es leider nicht. Ich kann nicht all meine Versprechen halten. Nicht für jeden da sein, für den ich da sein müsste, nicht immer stark sein, wenn ich stark sein müsste. Nicht immer klug sein, nicht immer zuverlässig. Denn ich bin es nicht. Und werde es nie sein. Ich bin kein Held. Auch wenn ich es gern wäre.
Ich bin schlicht und ergreifend
nur ein Mensch.

 

Posted by on 19. Januar 2010 in Essay, Gedankenseiten

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Friends of mine: Squirrel

Dieses Mal Lilli.
Wie oft bringt sie mich mit ihrer naiven Art ständig aus dem Konzept… :]

 

Posted by on 5. Januar 2010 in Zusatzseiten

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Winterdienst

Montag, 21. Dezember 2009, 10:22, Irgendwo in Neubrandenburg

Das Telefon klingelt.
Der Mann geht verschlafen, vom Bimmeln geweckt, ran: „Ja? Was gibt in dieser herrgotts Frühe?“
Am anderen Ende der Leitung ist die fast schon panische Stimme eines jungen Mannes zu hören:
„Sir… es ist passiert. Es hat geschneit.“
Blitzartig wird der Mann wach. „Was!? Wie konnte nur… großer Gott. Krisensitzung.“
„Wann, Sir?“
Der Mann schaut auf die Uhr: 10:25 – eigentlich noch ziemlich früh. „Nun… geschneit hat es nun schon – da können wir nichts mehr dran ändern. Sagen wir gegen 12.“
„Gegen 12, Sir. Alles klar. Ich werde die anderen benachrichtigen.“
„Tun Sie das, Bob. Tun Sie das.“ Der Mann legt sich noch mal hin.

11:58, Zentrale des Neubrandenburger Winterdienstes

„Meine Herren, dieser Schlag traf uns völlig unerwartet. Wir haben Dezember und seit Tagen Minusgrade. Aber wir sind schließlich keine Wetterexperten. Wir konnten ja nicht ahnen, dass es schneit.“
Zustimmendes Gemurmel.
„Ruhe bitte. Also – was machen wir jetzt?“
Schweigen.
„Kommen Sie! Sie müssen doch eine Idee haben, was wir tun können! Sie sind Spezialisten. Die Elite! Bob – irgendeine Idee?“
„Salz vielleicht, Sir.“
„Salz… keine schlechte Idee, Bob. Aber mein Essen schmeckt mir so. Danke.“
„Aber Sir. Ich meine, vielleicht sollten wir das Salz auf die Straßen streuen.“
Gekicher und Gemurmel.
„Bob – ich weiß schon, warum Sie eigentlich nur mein Sekretär sind. Salz auf die Straßen… wer soll das bezahlen!? Außerdem schmeckt Asphalt ganz fürchterlich.“
„Sir, bezahlen nicht die Steuerzahler das Salz?“
„Nein. Die bezahlen meine Kfz-Versicherung und mein Essen, dass sie beinahe versalzen hätten.“
„Oh.“
„Weitere Vorschläge?“
Wieder Stille. Ein verhaltendes Melden weiter hinten.“
„John. Was gibt es.“
„Sir – die Bürger werden unruhig. Wir sollten auf den Straßen präsent sein.“
„Hm… gut. Notfallplan Beta. Alarmstufe rot. Wir werden drei Wagen rausschicken. Zwei davon werden vorrangig nur dafür da sein, damit wir Präsenz zeigen. Sie fahren vor allem die viel befahrenen Straßen ab. Nur fahren, kein Streuen. Wir nehmen übrigens Sand. Der ist billiger – dann kann ich nachher noch zum Thailänder. War schon seit einer Woche nicht mehr da. Der dritte Wagen streut tatsächlich. Nehmen sie zuerst die kleinen Straßen, damit sie weniger Streumaterial verbrauchen. Vielleicht bleibt so noch was für morgen übrig.“
Genervtes Gemurmel im Raum.
„Sir… wann dürfen wir Feierabend machen?“
Der Chef schaut auf die Uhr. 12:15. Bald ist Mittagspause. Endlich.
„Hm… gegen 18 Uhr sollte es reichen. Nehmt euch ein paar gute CDs mit in die Wagen, dann geht die Zeit schnell vorbei.“
Zustimmendes Gemurmel.

17:32, Lindenberg, Neubrandenburg.

Ich stehe, trotz zwei Paar Socken, Pullunder, Hemd, zwei T-Shirts, einem Pullover, Winterjacke, gefütterter Schuhe und Mütze, schlotternd an der Bushaltestelle.
Kein Wunder. Schließlich sollte der Bus seit einer halben Stunde hier sein. Seit 25 Minuten sehe ich ihn auch schon. Sehe ihn, wie er vergebens versucht, die Anhöhe zu erklimmen. Mittlerweile schieben Busfahrer und Passagiere gleichermaßen an, rutschen dabei aber immer wieder auf der nicht geräumten Straße aus.
Sieht eigentlich sogar lustig aus. Würde gern lachen. Kann aber nicht. Meine Gesichtsmuskeln sind taub. Ich seufze. Mein Atem kondensiert und steigt in einem Nebel auf. Mich würde es nicht wundern, wenn er in ca. 30 cm Höhe wieder gefrieren würde und zu Boden fiele. Gespannt höre ich hin, ob es vielleicht klirrt. Nichts. Schade eigentlich.
Ich sehe, wie der Busfahrer sich resignierend in seinen Bus setzt, einen Funkspruch abgibt und dann anfängt, bitterlich zu weinen. Der Bus fällt heute wohl aus.
Wieder seufze ich. Dann mache ich mich auf den Weg.
Die Hauptstraße entlang gehend entdecke ich ein Räumungsfahrzeug, wie es über die noch immer nicht geräumte Straße fährt. Der Fahrer wippt zu offensichtlich stark rhythmischer Musik hin und her; er scheint ganz gut drauf zu sein. Nur beiläufig erkenne ich, dass das Räumfahrzeug nichts räumt.
Der Verkehr auf dem Neubrandenburger Ring steht. „Rien ne va plus.“ – Nichts geht mehr. Zwischen den stehenden Fahrzeugen erkenne ich Kinder, die mit dem Schnee spielen. Sie haben bereits eine niedliche Schneeburg gebaut, die nun überlebensgroß und als detailgetreues Abbild von Helms Klamm aus dem Herrn der Ringe, Teil 2, zusammen mit Wasserspeiern, Gandalf, Gimli, Legolas, Aragon, weiteren hundert Menschen und Elben und ein paar Pferden am Schwanenteich thront. Gerade sind die Kinder dabei, die angreifenden Orks zu bauen und stoßen dabei auf das Problem, dass ihnen der Platz fehlt.
Ich bleibe kurz zwischen den Autos stehen um mir das Bauwerk anzuschauen, dass ca. 30 Meter über mir sein Ende findet. Ganz oben setzt eines der Kinder gerade den letzten Schnee-Ziegelstein ins Mauerwerk und vollendet damit die Festung. Applaus. Standing Auvations. Menschen liegen sich staunend in den Armen. Die Straßenlaternen beleuchten die Szenerie in ihrem gelben Licht und wieder fängt es an zu schneien. Mir wird ein Becher mit warmen Glühwein gereicht, den jemand weiter hinten auf einem Campingkocher in seinem Kofferraum erhitzt.
Überall stehen Menschen zwischen den ruhenden Autos und betrachten Helms Klamm und die Orks. Sie unterhalten sich. Fremde, die sich nie zuvor getroffen haben. Pärchen liegen sich in den Armen und trinken gemeinsam ihren Glühwein. Ein Polizist zeigt einem staunenden Kind seinen Polizeiwagen von innen. Trotzdem versprüht das alles hier eine wunderbar winterliche Ruhe.
Ich setze mich auf den Kofferraum eines Autos, das nahe bei mir steht. Der Besitzer des Wagens steigt aus und prostet mit lächelnd zu, bevor er losgeht, um sich den Innenhof der Feste vor uns anzuschauen.
Der Glühwein wärm mich von innen; ein wohliges Gefühl. Ich muss lächeln. So habe ich mir Weihnachten immer vorgestellt: Keine Hektik, kein Lärm, kein Stress. Fröhliche Menschen.
All das, weil es schneit und nichts mehr geht und alles gezwungen wird, zu stehen und sich mit seinem Nächsten zu beschäftigen. Das ist mein Weihnachtswunder. Hier wurde ein ganz spezieller „Winterdienst“ verrichtet. Manchmal muss man die Leute eben zu ihrem Glück zwingen, oder?
Wie gut, dass es unseren Winterdienst gibt…

 

Posted by on 21. Dezember 2009 in Zusatzseiten

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Ich kam, las und war begeistert

Eine Lesebühne.
Das ist, wenn sich ein paar kreative Köpfe in einem Etablissment treffen, um dort ihre – ebenso kreativen – literarischen Ergüsse vor Publikum vorzutragen.
Und da war ich.
„Schmalz und Marmelade“ hatten mich eingeladen, im Schweriner Freischütz zum globalen Thema „Terminschwierigkeiten“ vorzulesen. So saß ich also am 08.11.2009 im kreise kreativer Köpfe vor einem Publikum, um meine kreativen Ergüsse von mir zu geben.
Und es war ein tolles Erlebnis. Nicht nur, dass das Publikum offenbar Gefallen an meinem Vortrag hatte, allein das Zuhören bei den Werken der drei weiteren anwesenden Wortschöpfern, war derart inspirierend, dass mein Kopf vor potenziellen Ideen fast platzt.
Falls jemand Spaß an humorvollen und geistreichen Texten hat, sollte er dringend nach dem nächsten Termin von „Schmalz und Marmelade“ Ausschau halten und ihn unbedingt wahrnehmen – es lohnt sich!

Gibt es sonst noch etwas?
Ach ja! Die CD!
Holt euch die CD!
Ich habe lange nicht mehr so laut und herzhaft gelacht, wie ich es beim Hören der CD „Ihr Klatschen auf CD“ getan habe. Ganz großes Kino. Für die Ohren. Versteht sich. Und das Herz.

 

Posted by on 10. November 2009 in Zusatzseiten

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Friends of mine: "Murphy"

Dieses Mal mein bester Freund und Mitbewohner Thomas.
Viel zu oft wurden wir in den letzten Monaten von Murphy und seinen Gesetzen heimgesucht. :]

 

Posted by on 27. Oktober 2009 in Zusatzseiten

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Friends of mine: "Sparkling"

Diesmal in der Hauptrolle:
Lea Meissner =)

 

Posted by on 21. Oktober 2009 in Zusatzseiten

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…denn ich bin BATMAN!

Batman ist einer meiner Lieblings-Superhelden.
Als kleiner Junge habe ich die 60er-Jahre-Serie gesehen, als etwas älterer Junge die DC-Zeichentrickserie am Sonntag Morgen auf RTL, heute mag ich alle Filme, die nicht von Joel Schumacher gemacht wurden und das aktuelle Spiel „Arkham Asylum“ gehört zu meinen persönlichen Spiel-Höhepunkten des Jahres 2009.
Warum ich ihn so mag?
Nun ja, ich sage es mal, wie Dietmar Dath: „Batman ist so wie wir, nur besser.“
Es steckt in jedem von uns ein Batman.
Als ich vor ein paar Tagen morgens aufstand und zum Waschbecken ging, schaute ich in den Spiegel und in mein müdes Gesicht. Ich sah die tiefen Augenringe, meine blauen, müden Augen, meine blonden Haare, die zerstrubbelt in alle Richtugen standen. Dann schaute ich mir tief in die Augen und stellte mir eine einzige Frage, die mich seitdem unaufgibig beschäftigt: „Was bist Du geworden, Chris?“

Ein Frage am Rande: Ist Bruce Waynes Maske Batman oder ist Batmans Maske Bruce Wayne?

Die Antwort scheint einfach, wird jedoch schwerer, je länger man über die Frage nachdenkt.
Und was bin ich jetzt?
Bin ich der Mensch, der ich nach außen hin bin? Zu Freunden, Verwandten, Kollegen, Fremden?
Oder bin ich der Mensch, der ich unter der Fassade bin? Melancholisch, nachdenklich, Realist, verbittert.
Oder bin ich der Mensch, der sich zwischen beidem nicht entscheiden kann und somit beides ist?
Was ist mein Maske? Wer bin ich?
Shakespear meinte einmal „Die ganze Welt ist Bühne. Und jeder Mann und jede Frau darauf sind gar wohl Schauspieler.“ Doch was, wenn Maske und Schauspieler mit einander verschmelzen? Wenn nicht mehr klar abgrenzbar ist, wer was ist? Wenn der Schauspieler nach Ende der Vorstellung die Maske plötzlich nicht mehr abnehmen kann? Schlimmer noch: Was, wenn der Schauspieler plötzlich vergisst, dass er eine Maske auf hat? Wird er dann automatisch zu dem Monster, das er gerade noch auf der Bühne darstellte?
Bruce Wayne stellte sich seit jeher die Frage, ob er Batman sei oder ob Batman er sei.
Manchmal frage ich mich etwas ähnliches. Bin ich das, was ich im inneren bin oder definiere ich mich durch meine Taten? Im Film „Batman begins“ ist der Fall klar – letzteres trifft zu. Wir definieren uns alle durch unsere Taten, meinte dort Rachel Dawes. Doch ist es wirklich so? Bin ich auch das, was ich tue, wenn ich hasse, was ich tue? Und was bin ich dann, wenn beides Seiten miteinander selten auskommen und in Harmonie existieren?

Batman ist für mich ein moderner Dr. Jeckyll und Mr. Hyde. Ein zwiegespaltenes Ich, von dem beide Seiten in der jeweils anderen ein Ventil finden.
Doch anders als Dr. Jeckyll kam Batman mit seiner anderen Seite irgendwann aus und akzeptierte sie. Jeckyll hingegen, ging an Hyde zugrunde (und umgekehrt).
Ich hoffe nur, dass ich irgendwann, wie Bruce Wayne ende und nicht, wie Dr. Jeckyll.

Ich habe heute von insgesamt 123 „Freunden“ im StudiVZ 27 gelöscht, weil ich diese Personen weder gut kenne, noch kannte. Bei einigen wusste ich nicht einmal woher ich sie überhaupt in meiner Liste hatte.
Ich fand, es war und ist Zeit, etwas zu verändern. Im kleinen – wie einer Kontaktliste einer Social Community – angefangen bis hin zum größeren.
Ich will zu mir selbst finden. Und aktuelle Ereignisse geben mir die Möglichkeit, dies durch ein paar Umbrüche zu tun.
Ich bin willens noch viel mehr zu verändern, aber ob ich den Mut finde, weiß ich noch nicht. In jedem Fall muss ich, wie Bruce Wayne einst, gegen einen inneren Dämonen ankämpfen, der durch mich selbst erschaffen wurde. Und das weder immer ein fach, noch immer schmerzfrei zu bewältigen.
Aber vielleicht kann ich mir irgendwann diesen Dämonen auch zunutze machen, der für Bruce Wayne Batman ist.

Batman ist für mich ich. Oder bin ich Batman…?

 

Posted by on 15. Oktober 2009 in Essay, Gedankenseiten

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