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Tag Archives: gesellschaft

Göttliches Burnout

Neubrandenburg, 16. April 2010, 11:28

Ich sitze im Unterricht.
Und ohne Hohn muss ich sagen, dass es einfach so verdammt langweilig und schleppend voran geht. Keiner hat mehr Lust; weder Lehrer, noch Schüler. Großer Gott! Und ich vertreibe mir die Zeit mit Twittern vom Handy aus.

Gott… ob der auch twittert?
Ich meine… geht Gott mit der Zeit? Eigentlich schon, oder? Gott ist doch immer und überall. Also auch jetzt im Moment im Twitter. Und wenn er ständig und immer im Twitter, Facebook, MeinVZ und Co. Ist, ist er dann internetsüchtig?
Aber ich glaube, das ist für Gott alles nur Bewältigungstherapie. Schließlich hat der ne Menge zu tun. Und wenn Gott zeitlos ist und damit auch zeitgenössisch, dann hat er auch alle, gerade Modernen Krankheiten abbekommen. Diabetes, Rücken, Burnout.
Ja. Vor allem Burnout hat Gott ganz bestimmt.
Überlegt einmal. Ich habe vor nicht all zu langer Zeit eine ziemlich fanatisch religiöse Bloggerin im Twitter entdecken müssen. Sie hatte nicht nur eine verquere Meinung von der Welt, sondern auch noch Ansichten gehabt, die in Mittelalter gehören. Und davon gibt’s noch ne Menge. Weil Gott ja aber auch überall ist, ist er automatisch Follower von jedem.
Im Umkehrschluss heißt das, dass er von jedem einzelnen desorientieren Religiösen und jedem einzelnen Atheisten jeden einzelnen Tweet bekommt. Das alleine würde mich schon frusten und zur Verzweiflung treiben. Von den Farm-Ville-Einladungen bei Facebook einmal ganz zu schweigen…
Und dann kommen Leute, wie Ratzinger, die Kondome für AIDS in Südafrika und Homosexualität für Missbrauchsfälle verantwortlich machen. Oder Hr. Mixa, der offenbar neben seinem Weg auch noch seinen gesunden Menschenverstand verloren haben. Und all jene sind Follower der Kirche. Sie alle Re-tweeten sich gegenseitig. @-en sich zum FollowerFriday und Kommentieren sich gegenseitig. Und das wiederum heißt dann, dass Gott alle möglichen Tweets doppelt und dreifach bekommt.
Ich wäre so ausgebrannt, wenn ich Gott wäre. Ich bräuchte mal Urlaub vom Web 2.x und der Kirche. Denn wenn diese schon von allen guten Geistern verlassen ist, dann macht da ne Woche auch keinen wirklichen Unterschied, oder?
Und da haben wir es wieder… Gott ist überall. Und wo macht Gott dann Urlaub? Richtig. Überall. Und damit auch im Vatikan, in Suaheli und auch im Web 2.x … und so hat Gott eigentlich nie Urlaub. Er wird nur ge-follow-t und zugespamt.
Kein Wunder, dass Gott dann Burnout hat.

Und so, wie die Menschen sind, wird Gott dann bald eine Vorladung für das Arbeitsgericht haben und man wird feststellen, dass Gott nicht mehr arbeitstätig sein kann. Er würde seines Amtes enthoben werden müssen und seinen Job verlieren. Mit einer zwar saftigen Rente, nach 4 Milliarden Jahren Arbeitszeit, aber eben nichts mehr zu tun, wäre Gott dann also seiner göttlichen Pflichten und Möglichkeiten enthoben und würde allein, zu hause Kricket oder Golf spielen und wäre nur auf sich gestellt.

Na das wäre doch mal was…

 

Posted by on 16. April 2010 in Zusatzseiten

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Zufall

Ich glaube
im Gegensatz zu mach and’rem,
dass wir weniger von Gott geschaffen, denn
ich glaube,
dass allemann
sind, was jeder einzeln kann.
Klar gesprochen heißt das dann,
dass wir selbst uns selbst geschaffen.
Uns selbst, uns’re Welt, Freude, Waffen…

Die uns’re Existenz,
wer richtig hinschaut, erkennt’s,
ist nur ein großer Zufall.
Staub, Schleim und Erde
kamen glücklicherweise
so zusammen, dass draus der Mensch dann werde.

Letztendlich dann
widerten wir uns selber an
und dann
suchten wir eine Ausrede
und erfanden Gott, dass er uns nach dem Leben eben
Erlösung gebe.

Doch Gott sind wir selbst,
nur eben nicht allein.
Drum sollten wir in unserem Denken
manchmal etwas göttlicher Sein.

Doch Zufall, Blasphemie oder Antipathie
hin und her.
Einzig sichrer Fakt für mich ist der:
Ich gebe hier und gerne zu –
der, für mich beste Zufall,
der bist Du.

 

Posted by on 20. Januar 2010 in Gedankenseiten, Lyrik

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Winterdienst

Montag, 21. Dezember 2009, 10:22, Irgendwo in Neubrandenburg

Das Telefon klingelt.
Der Mann geht verschlafen, vom Bimmeln geweckt, ran: „Ja? Was gibt in dieser herrgotts Frühe?“
Am anderen Ende der Leitung ist die fast schon panische Stimme eines jungen Mannes zu hören:
„Sir… es ist passiert. Es hat geschneit.“
Blitzartig wird der Mann wach. „Was!? Wie konnte nur… großer Gott. Krisensitzung.“
„Wann, Sir?“
Der Mann schaut auf die Uhr: 10:25 – eigentlich noch ziemlich früh. „Nun… geschneit hat es nun schon – da können wir nichts mehr dran ändern. Sagen wir gegen 12.“
„Gegen 12, Sir. Alles klar. Ich werde die anderen benachrichtigen.“
„Tun Sie das, Bob. Tun Sie das.“ Der Mann legt sich noch mal hin.

11:58, Zentrale des Neubrandenburger Winterdienstes

„Meine Herren, dieser Schlag traf uns völlig unerwartet. Wir haben Dezember und seit Tagen Minusgrade. Aber wir sind schließlich keine Wetterexperten. Wir konnten ja nicht ahnen, dass es schneit.“
Zustimmendes Gemurmel.
„Ruhe bitte. Also – was machen wir jetzt?“
Schweigen.
„Kommen Sie! Sie müssen doch eine Idee haben, was wir tun können! Sie sind Spezialisten. Die Elite! Bob – irgendeine Idee?“
„Salz vielleicht, Sir.“
„Salz… keine schlechte Idee, Bob. Aber mein Essen schmeckt mir so. Danke.“
„Aber Sir. Ich meine, vielleicht sollten wir das Salz auf die Straßen streuen.“
Gekicher und Gemurmel.
„Bob – ich weiß schon, warum Sie eigentlich nur mein Sekretär sind. Salz auf die Straßen… wer soll das bezahlen!? Außerdem schmeckt Asphalt ganz fürchterlich.“
„Sir, bezahlen nicht die Steuerzahler das Salz?“
„Nein. Die bezahlen meine Kfz-Versicherung und mein Essen, dass sie beinahe versalzen hätten.“
„Oh.“
„Weitere Vorschläge?“
Wieder Stille. Ein verhaltendes Melden weiter hinten.“
„John. Was gibt es.“
„Sir – die Bürger werden unruhig. Wir sollten auf den Straßen präsent sein.“
„Hm… gut. Notfallplan Beta. Alarmstufe rot. Wir werden drei Wagen rausschicken. Zwei davon werden vorrangig nur dafür da sein, damit wir Präsenz zeigen. Sie fahren vor allem die viel befahrenen Straßen ab. Nur fahren, kein Streuen. Wir nehmen übrigens Sand. Der ist billiger – dann kann ich nachher noch zum Thailänder. War schon seit einer Woche nicht mehr da. Der dritte Wagen streut tatsächlich. Nehmen sie zuerst die kleinen Straßen, damit sie weniger Streumaterial verbrauchen. Vielleicht bleibt so noch was für morgen übrig.“
Genervtes Gemurmel im Raum.
„Sir… wann dürfen wir Feierabend machen?“
Der Chef schaut auf die Uhr. 12:15. Bald ist Mittagspause. Endlich.
„Hm… gegen 18 Uhr sollte es reichen. Nehmt euch ein paar gute CDs mit in die Wagen, dann geht die Zeit schnell vorbei.“
Zustimmendes Gemurmel.

17:32, Lindenberg, Neubrandenburg.

Ich stehe, trotz zwei Paar Socken, Pullunder, Hemd, zwei T-Shirts, einem Pullover, Winterjacke, gefütterter Schuhe und Mütze, schlotternd an der Bushaltestelle.
Kein Wunder. Schließlich sollte der Bus seit einer halben Stunde hier sein. Seit 25 Minuten sehe ich ihn auch schon. Sehe ihn, wie er vergebens versucht, die Anhöhe zu erklimmen. Mittlerweile schieben Busfahrer und Passagiere gleichermaßen an, rutschen dabei aber immer wieder auf der nicht geräumten Straße aus.
Sieht eigentlich sogar lustig aus. Würde gern lachen. Kann aber nicht. Meine Gesichtsmuskeln sind taub. Ich seufze. Mein Atem kondensiert und steigt in einem Nebel auf. Mich würde es nicht wundern, wenn er in ca. 30 cm Höhe wieder gefrieren würde und zu Boden fiele. Gespannt höre ich hin, ob es vielleicht klirrt. Nichts. Schade eigentlich.
Ich sehe, wie der Busfahrer sich resignierend in seinen Bus setzt, einen Funkspruch abgibt und dann anfängt, bitterlich zu weinen. Der Bus fällt heute wohl aus.
Wieder seufze ich. Dann mache ich mich auf den Weg.
Die Hauptstraße entlang gehend entdecke ich ein Räumungsfahrzeug, wie es über die noch immer nicht geräumte Straße fährt. Der Fahrer wippt zu offensichtlich stark rhythmischer Musik hin und her; er scheint ganz gut drauf zu sein. Nur beiläufig erkenne ich, dass das Räumfahrzeug nichts räumt.
Der Verkehr auf dem Neubrandenburger Ring steht. „Rien ne va plus.“ – Nichts geht mehr. Zwischen den stehenden Fahrzeugen erkenne ich Kinder, die mit dem Schnee spielen. Sie haben bereits eine niedliche Schneeburg gebaut, die nun überlebensgroß und als detailgetreues Abbild von Helms Klamm aus dem Herrn der Ringe, Teil 2, zusammen mit Wasserspeiern, Gandalf, Gimli, Legolas, Aragon, weiteren hundert Menschen und Elben und ein paar Pferden am Schwanenteich thront. Gerade sind die Kinder dabei, die angreifenden Orks zu bauen und stoßen dabei auf das Problem, dass ihnen der Platz fehlt.
Ich bleibe kurz zwischen den Autos stehen um mir das Bauwerk anzuschauen, dass ca. 30 Meter über mir sein Ende findet. Ganz oben setzt eines der Kinder gerade den letzten Schnee-Ziegelstein ins Mauerwerk und vollendet damit die Festung. Applaus. Standing Auvations. Menschen liegen sich staunend in den Armen. Die Straßenlaternen beleuchten die Szenerie in ihrem gelben Licht und wieder fängt es an zu schneien. Mir wird ein Becher mit warmen Glühwein gereicht, den jemand weiter hinten auf einem Campingkocher in seinem Kofferraum erhitzt.
Überall stehen Menschen zwischen den ruhenden Autos und betrachten Helms Klamm und die Orks. Sie unterhalten sich. Fremde, die sich nie zuvor getroffen haben. Pärchen liegen sich in den Armen und trinken gemeinsam ihren Glühwein. Ein Polizist zeigt einem staunenden Kind seinen Polizeiwagen von innen. Trotzdem versprüht das alles hier eine wunderbar winterliche Ruhe.
Ich setze mich auf den Kofferraum eines Autos, das nahe bei mir steht. Der Besitzer des Wagens steigt aus und prostet mit lächelnd zu, bevor er losgeht, um sich den Innenhof der Feste vor uns anzuschauen.
Der Glühwein wärm mich von innen; ein wohliges Gefühl. Ich muss lächeln. So habe ich mir Weihnachten immer vorgestellt: Keine Hektik, kein Lärm, kein Stress. Fröhliche Menschen.
All das, weil es schneit und nichts mehr geht und alles gezwungen wird, zu stehen und sich mit seinem Nächsten zu beschäftigen. Das ist mein Weihnachtswunder. Hier wurde ein ganz spezieller „Winterdienst“ verrichtet. Manchmal muss man die Leute eben zu ihrem Glück zwingen, oder?
Wie gut, dass es unseren Winterdienst gibt…

 

Posted by on 21. Dezember 2009 in Zusatzseiten

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Schwarz-Weiß

Geht irgendwo die Sonne unter, geht sie anderswo auf.
Das ist das ewige Schwarz und Weiß des Lebens. Das Ying und Yang quasi.
Es ist schon erstaunlich, wie sich dieses Schema ständig fortsetzt und zeigt. Alles ist im ständigen Gleichgewicht. Selbst dann, wenn es uns oft nicht so vorkommt.
Aber hält man es sich vor Augen beruhigt es irgendwie. Vielleicht ist die vermeidliche Katastrophe doch nicht so groß, wie man vorher dachte?
Jede neue Situation – ob durch Positives oder Negatives hervorgerufen – eröffnet ganz neue Wege und Möglichkeiten.
Jede Entscheidung, die wir treffen, ist  die Chance auf etwas Neues; egal, ob sie im Moment wie eine falsche Entscheidung aussieht. Ich schätze, wirklich falsch ist im Leben – objektiv betrachtet – gar nichts.
Alles ist ein Neumischen der Karten. Oder ein Aufnehmen von neuen, zusätzlichen.
Wie beim Mau-Mau kann einem eine 7, die einen zwei neue Karten aufnehmen lässt und so behindern und vom Sieg abhalten soll, eben zu diesem verhelfen. Denn zwei zusätzliche Karten heißen neue Kombinations- und Zugmöglichkeiten.
Ist das Leben denn dann ein Kartenspiel?
Vielleicht.
Wir müssen alle mit zufälligen Startbegebenheiten nach gewissen Regeln spielen, haben aber selbst  die Möglichkeit, zu entscheiden, wie wir was wann spielen. Welche Trümpfe, welche Fallen.
Genau wie in einen Kartenspiel gibt es höher- und niedrigerwertige Karten und genau wie in einem Kartenspiel wissen wir nicht, was als nächstes kommt und wie der nächste Zug unseres Gegenübers aussehen wird. Uns bleibt lediglich, aufmerksam zu bleiben und einen Plan B zu haben. Einen Notfallplan. Und auch dieser klappt eben manchmal nicht.
Dann bleibt uns lediglich, zwei neue Karten aufzunehmen, auszusetzen oder eine Strafkarte zu ziehen und mit den neuen Gegebenheiten zurechtzukommen.
Und auch hier gibt es wieder zwei Seiten. Schwarz und Weiß.
Verliere ich, gewinnt jemand anderes.
Gewinne ich, verliert jemand anderes.
Aber zwei Karten neu aufnehmen muss definitiv jemand. Der Stapel wird dann kleiner. Und die zwei neuen Karten müssen eben nicht schlecht sein. Sie passen vielleicht nicht gleich. Aber neue Gelegenheiten entstehen dadurch immer.
Es hilft, zu realisieren, dass es keinen Weltuntergang bedeutet, den Kürzeren zu ziehen, falsche Entscheidungen zu treffen oder im Nachteil zu sein.
Wichtig ist vor allem, im Spiel zu bleiben und bleiben zu wollen; stets das persönlich Beste aus dem zu machen, was man hat.
Unsere Starthand können wir nunmal nicht ändern.
Wohl aber, unsere Spielstrategie.

Und so nehme ich neue Situationen hin. Ich versuche zu machen, was ich kann, um im Spiel zu bleiben und dort bestmöglich abzuschneiden. Jedoch mit einem erfreulichen Wissen:Geht mein Stern unter, geht ein anderer auf.
Und so kann das gar nicht so schlecht sein…

 

Posted by on 1. September 2009 in Essay, Gedankenseiten

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The curious case of Papst Benedikt

„Wir sind Papst!“ Echt? Ach du Sch…!

So ähnlich schallte es mit in die Erinnerung, als ich gehört habe, wie sich Papst Benedikt unlängst über die Benutzung von Kondomen geäußert hat.

„Man kann das Aids-Problem nicht durch die Verteilung von Kondomen regeln. Ihre Benutzung verschlimmert vielmehr das Problem“
Die Lösung liege vielmehr in einem „spirituellen und menschlichen Erwachen“ und der „Freundschaft für die Leidenden“

Ähm ja… richtig. Kondome machen AIDS viel schlimmer. Genau wie Sex vor der Ehe uns in ewige Verdammnis stürzen wird. Liebe Leser – wir sehen uns in der Hölle. Aber da können wir dann Party mit Elvis und Co. Machen…und der Sex ist da bestimmt auch besser..
Ich schweife ab.
Mal ehrlich: Hat unser lieber Papst eigentlich in letzter Zeit auch nur für einen kurzen Augenblick seinen Kopf eingeschaltet, bevor er etwas gesagt hat?
Ich will nicht behaupten, dass der Mann dumm sei – auf keinen Fall! Aber falsch beraten werden kann man einmal. Zweimal auf so kurzen Zeitraum grenzt schon sehr an die Unfähigkeit eigener Meinungsbildung.
Wie kann man, um Himmels Willen, einen extrem rechten Holocaust-Verleugner umwerben und rehabilitieren? Hallo?!
H-O-L-O-C-A-U-S-T !
Ich meine, wenn man in dieser Richtung beraten wird hat man doch nicht nur die Pflicht und Verantwortung nachzudenken, sondern dem entsprechenden Menschen einen Vogel zu zeigen.
Jede andere Reaktion ist einfach nur wider jeder Führungsposition.
Der Holocaust ist eine historisch belegte Tragödie. Ihn zu leugnen ist übrigens schwer strafbar in Deutschland und nun rehabilitiert der Papst genau einen dieser hirnlosen Rechten…
Und nun machen Kondome das AIDS-Problem viel, viel schlimmer… ohne weitere Ausführung oder Erklärung.
Das Schlimme ist, dass es Menschen auf der Welt gibt, die einem Papst blind folgen. Leute, die auf andere mit dem Finger zeigen, weil sie nicht ihre Überzeugungen vertreten. Leute, die wenig von Nächstenliebe wissen und noch weniger von einer eigenen Meinung und distanzierter Informationsaufnahme.
Offenbar ist sich „unser“ Papst dieser Bürde nicht bewusst oder hat sie vergessen. Oder einer seiner Berater hat sie ihm aus dem Kopf gebrabbelt. In jedem Falle sollte sich etwas tun, denn sonst stehen wir bald vor einer katholischen Kirche von vor 100 Jahren.
Papst hin oder her – es gilt für jeden: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!“

Just my 5 Cents…

 

Posted by on 18. März 2009 in Gedankenseiten

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Ed

Neubrandenburg, 27. Januar, 22:47

Es ist wieder Abend. Ein weiterer Tag zieht in die Lande, ohne dass ich mich gut danach fühle. Morgen geht’s wieder an die Arbeit und obwohl ich den Job hasse, werde ich Überstunden schieben, damit ich genug Geld für einen Führerschein habe und mir einen eventuellen Umzug leisten kann, sollte ich wirklich studieren.
Mein letzter Blog ist ungewöhnlich lang her und nicht nur er schein unerreichbar weit weg zu sein. Meine Freundin, die nun mittlerweile meine Verlobte ist, wohnt mit dem Rad vielleicht 15 Minuten entfernt. Und doch sehen wir uns sehr selten. Unsere Arbeitszeiten liegen einfach ungünstig zueinander. Und auch der Zeitpunkt meines Studienbeginns- etwa Oktober- scheint noch unerreichbar.
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Posted by on 27. Januar 2008 in Gedankenseiten

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Der alltägliche Weltuntergang

Freitag, 13. Januar 2007, 05:26, Neubrandenburg

Ich wache auf. Das ist ungewöhnlich, denn es ist früh und dabei habe ich doch eine Stunde Ausfall. Irgendwie habe ich schlecht geschlafen. An einschlafen ist nicht mehr zu denken.
Also schalte ich den Fernseher an.
ARD. Nüchtern und sachlich begrüßt mich der Nachrichtensprecher mit einem „Guten Morgen“ und zeigt mir in den folgenden 20 Minuten, dass es keiner ist.
Irgendwo im nahen Osten hat sich wieder ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und Frauen und Kinder mit sich gerissen. Ein Trucker ist am Steuer eingeschlafen und hat einen Schulbus mitgenommen. Britney Spears hat einen Neuen.
Ich schalte weiter. Kyrill hat überall ordentlich gewütet. All zu viel mitbekommen habe ich davon allerdings nichts. Wahrscheinlich hat er nicht sehr viel Interesse an unserem kleinen Örtchen hier gehabt.
Ich schaue auf die Uhr. 06:31 – eine Stunde habe ich jetzt gesehen, was ich jeden Tag sehe. Gelangweilt stehe ich auf. Stecke den Toast in den Toaster, gehe ins Bad und ziehe mir die Klamotten von gestern an, wasche mein Gesicht, gehe in die Küche und trinke ein Glas Apfelsaft. Anschließend packe ich noch meinen Rucksack. Ich schaue wieder auf die Uhr. Ich putz mir die Zähne, ziehe mir meine Jacke über, nehme meinen Rucksack und gehe los. Den Toast lasse ich, wo er ist und werde ihn heute Nachmittag wohl wegwerfen…

Draußen stürmt und regnet es. Kyrill will wohl noch nicht ganz weg. Einige Äste liegen auf der Straßen, sonst ist nichts passiert.
Vor dem Supermarkt sehe ich desillusionierte Kinder und Jugendliche, mit Kippen in der Hand. Lachen über ihre Sauforgien am letzten Wochenende und planen die nächste für morgen.
In der Schule wird mit erzählt, was ich nicht kann. Es wird mit gezeigt, wie sehr doch mein ABI in Gefahr ist und was ich doch noch alles zu tun haben.
Sozialkunde. Wir diskutieren über Globalisierung. Welche Vor- und Nachteile sie hat und ob sie wirklich so gut ist, wie alles sagen. Unwillkürlich muss ich an die DDR von vor 20 Jahren denken.

Schule ist aus. Ging ausnahmsweise mal recht schnell. Vielleicht, weil ich auch gar nicht so richtig dabei war.
Auf dem Rückweg nach hause sehe ich Erwachsene vor dem Supermarkt stehen. Lachen über ihre Sauforgie gestern und verabreden sich für die nächste heute.
Zu Hause wird der Rucksack in die Ecke geschmissen und die Schule verdrängt. Internet an. ICQ an. 36 Nachrichten von Freunden, die ebenso Freidenker und Außenseiter sind, wie ich. Leute, die nicht desillusioniert sind oder resigniert haben, aber von Versprechen enttäuscht wurden, die niemand hiel.
Sie erzählen mir, was sie erlebt haben, was für ungeheuerliche Sachen passiert seinen und ich stehe ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
Wieder ein Blick auf die Uhr. 18:47.
Ich verabschiede mich von meinen Freunden mit der Aussage, dass ich noch ein wenig Ruhe bräuchte.
Ich schließe ICQ und starte einen Ego-Shooter. Eine schwierige Stelle an der ich schon lange sitze und ich schaffe es wieder nicht, den Gegner zu erledigen. Trotz meiner Fähigkeiten, die ich, seit ich 12 bin, perfektioniert habe. Vielleicht, weil ich gerade nicht ganz bei der Sache bin.
Ich bin tot.
So steht es zumindest ganz groß auf meinem Bildschirm. Unweigerlich muss ich lächeln.
Mein Gegner hat seinen größten Widersacher- mich- erledigt. Die Welt geht unter in einem großen Chaos und schließlich mit einen noch größerem Knall.
Ich beende das Spiel. Ich kann ja morgen weitermachen. Ich habe ja gespeichert…

 

Posted by on 13. Juni 2007 in Gedankenseiten

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Der Geldsauger

Freitag, 02.02.07, 00:32. Neubrandenburg.

Ich liege völlig gelangweilt in meinem Bett und schaue fern. Im Internet nichts
los (Ich fühle mich und meinen Blog momentan ziemlich ignoriert…), PC spielen
macht keine Laune und im TV… dasselbe. Und schlafen geht auch nicht.
Schließlich sind jetzt Ferien und die muss man bis zum Schluss voll auskosten.
Zap…Zap…Zap…Moment! Da war doch was. Ja! QVC – der wohl beste, größte,
einschläfernste und bekloppteste Verkaufssender der Welt bietet mir gerade
offenkundig einen niegelnagelneuen Staubsauger an, der so groß ist, dass ich
mich frage, wo da das Benzin rein kommt.
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Posted by on 2. Februar 2007 in Gedankenseiten

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