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Tag Archives: liebe

Das gleiche Herz

Unsere Herzen schlagen im selben Rhythmus. So eine Herzfrequenz ist unverwechselbar und jeder von uns hat sie schon unzählige Male im Film gesehen.
Schaut man sich aber genauer an, wie das ganze aussieht, erkennt man in der Amplitude immer einen unterschied. Der Klang des Herzschlages ist gleich. Das verbindet uns Menschen. Im Innern sind wir alle gleich. Und dennoch verschieden. Legt man eine Amplitude über eine andere, erkennt man Ähnlichkeiten, aber keine Deckungsgleichheit. Allein der Zeitpunkt. Manchmal schlägt ein Herz schneller, manchmal langsamer. Und ginge man vom ersten Schlag aus, dann würde man sehen, dass bis zum letzten Schlag die meisten Herzen unterschiedlich schlagen. Ähnlich. Aber nicht kongruent.
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Posted by on 2. April 2013 in Gedankenseiten, Gedankensprünge

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Gedankensprung IV – Weil Du weißt.

Ein Mensch, der Dir gut tut.
Jemand, der Dein Leben umkrempelt, Dein Sein total verändert.
Eine Person, die Du nach wenigen Stunden schon vermisst, als seien es Wochen.
Jemand, dessen Worte Dich bewegen, Dein Herz treffen und dieses gewisse Kribbeln auslösen.
Zweisamkeit, die Du über tausend Kilometer erlebst. Verständnis, das nach kürzester Zeit da ist. Zuneidung, die so pur ist, wie das satte Grün einer Wiese im Sommer.
Lachen, das ehrlich ist. Wie auch die Geständnisse und Wahrheiten. Keine Geheimnisse. Die volle Hingabe.
Alle eigenen Zweifel beiseite geschoben. Denen von allen anderen zum Trotz. Jeder anderen Meinung zum Trotz. Jeder Rationalität, jeder Argumentation, jeder Unwissenheit entgegen.
Völlig egal. Denn Du weißt. Denn es ist keine Frage von Zeit, keine Frage von Entfernungen und schon gar nicht von Rationalität. Es ist eine Frage des Gefühls.

Es ist Liebe.

 

Posted by on 8. Februar 2011 in Gedankenseiten, Gedankensprünge

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Für unsere tollen Frauen…

Allen holden Damen wünsche ich heute einen wunderschönen Frauentag.
Und schaue ich gerade mal aus dem Fenster, sehe ich, dass es sogar Klärchen gut gemeint hat – sie scheint nämlich.
Also lasst euch heute ein wenig verwöhnen und es euch gutgehen.
Nehmt euch – soweit vorhanden – euren Herzbuben und geht mit ihm (natürlich auf seine Kosten) ein Eis essen, einen Kaffee trinken, einen Kuchen essen, ins Kino, an den See, auf eine Aussichtsplattform oder schick essen. Oder lasst euch massieren.
Auch falls er es nicht selbst mitbekommen haben sollte oder nicht dran gedacht hat – verzeiht es ihm. Er hat nur euch im Kopf und achtet deshalb kaum noch auf’s Datum. :) Aber er wird alles gern für euch tun.
Kein Herzbube vorhanden? Nehmt euch eure Freundinnen und seid mal wieder richtig verrückt. Geht alle zusammen einen Kaffee trinken oder trefft euch zu hause und macht einen Videoabend. Und gackert wieder einmal, dass es euch im Bauch wehtut. Kauft euch ein paar Blumen und hübscht euch eure Wohnung neu auf oder zieht euch einfach mal wieder so richtig hübsch an. Gern auch ohne Grund. Einfach mal so.
Also, liebe und werte Damen: Genießt euren Ehrentag!

…euer Chris

 

Posted by on 8. März 2010 in Zusatzseiten

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Wege durch die Nacht

Wege durch die Nacht

Allein gelassen und vergessen
stehe ich und schau dich an.
Die letzten Tränen war’n die letzten
nur schwerlich komme ich voran.

Ohne Willen, ohne Zweck,
lässt sich alles schwerlich tun.
Ich habe Hoffnung, doch schieb‘ sie weg
und lasse mich selbst nicht ruh’n.

Beschwerlich mach‘ ich meine Wege
durchs Gestrupp und Gezweig des Lebens
Auch wenn ich viele Zweifel hege,

weiß ich, es ist nicht vergebens.
Allein gelassen geh ich voran
mit dir auf meinem Weg vorn an.

 

Posted by on 21. Januar 2010 in Gedankenseiten, Lyrik

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Zufall

Ich glaube
im Gegensatz zu mach and’rem,
dass wir weniger von Gott geschaffen, denn
ich glaube,
dass allemann
sind, was jeder einzeln kann.
Klar gesprochen heißt das dann,
dass wir selbst uns selbst geschaffen.
Uns selbst, uns’re Welt, Freude, Waffen…

Die uns’re Existenz,
wer richtig hinschaut, erkennt’s,
ist nur ein großer Zufall.
Staub, Schleim und Erde
kamen glücklicherweise
so zusammen, dass draus der Mensch dann werde.

Letztendlich dann
widerten wir uns selber an
und dann
suchten wir eine Ausrede
und erfanden Gott, dass er uns nach dem Leben eben
Erlösung gebe.

Doch Gott sind wir selbst,
nur eben nicht allein.
Drum sollten wir in unserem Denken
manchmal etwas göttlicher Sein.

Doch Zufall, Blasphemie oder Antipathie
hin und her.
Einzig sichrer Fakt für mich ist der:
Ich gebe hier und gerne zu –
der, für mich beste Zufall,
der bist Du.

 

Posted by on 20. Januar 2010 in Gedankenseiten, Lyrik

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Lübeck

Als der Wecker klingelte, war ich bereits wach.
Ich starrte an die Decke. Lübeck. Ich war eigentlich unfreiwillig hier geblieben. Und jetzt, wo ich eine Nacht hier war, merkte ich, wie sehr es mir fehlen würde.
Ich schloss noch einmal meine müden Augen und atmete tief ein. Ich roch den Geruch des alten Hauses, in dem ich ein Jahr gewohnt hatte. Ich sah, wie ich hier zwischen Kisten gelebt hatte, wie ich zu ersten Mal hier im Bett lag und an dieselbe Decke starrte, mit nur einem Unterschied: Damals war ich am Einschlafen – heute bin ich am aufwachen.
Dann stehe ich auf und mache mich fertig.
Ich schaue mich in meiner Wohnung um und erhasche wieder den Eindruck, den ich hatte, als ich hier frisch eingezogen war. Es war der Beginn eines Abenteuers. Neu. Beängstigend. Aufregend. Es ist ein beflügelndes Gefühl gewesen.
Ein paar Minuten später stehe ich an der Bushaltestelle. Ich will mein Lübeck noch einmal sehen. Ein letztes mal so sehen, wie ich es sehe.
Der Bus kommt zu spät. Wie schon immer.
Auf der Fahrt in die Altstadt sehe ich, dass sich nichts verändert hat. Lübeck ist das, was es immer war und wahrscheinlich immer sein wird. Seltsame Gestalten, beschäftigte Menschen. Arme, Reiche. Grau und Bunt. Alt und neu.
In der Altstadt angekommen umarmt mich die Stadt herzlich mit ihren grauen, feuchten und lauten Armen. Ich gehe die Breite Straße entlang. Die Einkaufsstraße in Lübeck.
Ein ausländischer Schneider schreit eine Frau in seiner Muttersprache hysterisch an. Ich verstehe kein Wort.
Mir kommen junge Mädels entgegen. Grüne Haare, zerrissene Hosen. Lachend. Ich lächle. So ist Lübeck und so mag ich es – lauter Verrückte. Mich eingeschlossen. Es tut gut, nach langem wirklich wieder „echt“ zu lächeln.
Der Straßenmusikant spielt links an der Ecke zur Dr-Julius-Leber-Straße auf seiner Gitarre.
Er ist nicht sonderlich gut.
Es klingt für mich, wie eine Symphonie und ich werfe ihm 50 Cent in den Hut, obwohl ich im Moment jeden Cent einzeln umdrehen müsste.
Ich bin hypersensibilisiert.
Mein Regenschirm baumelt lose in meiner Hand. Ich habe ihn nicht aufgespannt, obwohl es regnet. Ich will den Regen spüren, jeden Tropfen. Ich merke den Wind, der mir durch die nassen Haare weht. Ich rieche links Waffeln, rechts Bratwurst. Ich sehe die Bunte Werbung der ausländischen Essensstände.
Ich sehe eine junge Frau, die schwanger mit ihrem Freund Hand in Hand durch den Regen geht. Sie ist sehr hübsch, hat einen dicken Babybauch und rosige Wangen. Ihre Augen sind groß und sofort liebenswürdig. Sie wirkt gesund, wie schwangere Frauen fast immer aussehen. Und sie wirkt glücklich. Der Freund sieht aus, als könne er vor lauter Muskeln kaum gehen. Ich wünsche den beiden in Gedanken das beste für ihr Leben.
Weiter unten erinnere ich mich an meine ersten Stunden in Lübeck. Und das spezielle Lübeck-Gefühl, das ich schon vorher in meinem Bett hatte, kommt wieder in mir hoch. Ich bin wieder Abenteurer hier.
Warum kommt dieses Gefühl, das man erst hat, aber dann nach einiger Zeit so schmerzlich vermisst, erst dann wieder auf, wenn man im Begriff ist, das geliebte zu verlassen und zu verlieren?
Allen Personen, denen ich entgegenkomme, schaue ich ins Gesicht, es ist wunderbar, was für eine Vielfalt auf dem Boulevard von Lübeck herrscht. Ich bleibe stehen und verliere mich mehrere Minuten darin, einfach nur alles zu beobachten. Ein Vater schimpft mit seinem Sohn. Ein Kind fragt, warum der Brunnen nicht an ist. Ein Punker-Päärchen knutscht hemmungslos an der Ecke. Ein Skateboarder bleibt beim McDonalds-Schnellkauf-Fenster stehen. Ein Bettler sitzt wie eine Puppe dort und wartet auf Geld. Ein Geschäftsmann geht wild am Handy gestikulierend an mir vorbei. Ein Mann, der ein wenig, wie ein Mafiosi aussieht und eben so einen Anzug und Hut trägt kommt von links. Zwei junge Frauen gehen von recht gackernd und lachend an mir vorbei.
Ich will das alles nicht missen. Doch ich muss.
Ich schaue kurz auf die Uhr. Es ist noch genug Zeit eine größere Runde zu drehen. Ich mache einen Abstecher zur Trave. Es riecht nach Hafen, obwohl nicht viel Schiffsverkehr ist. Das wasser klatscht leise an die Kanalwände und von weitem höre ich, wie Touristen auf der Rundtour Lübeck gezeigt wird. Ich erkenne von weitem, wie ein vielleicht 5-jähriger Junge am Brückengeländer steht und gebannt ins Wasser starrt. Keine Ahnung, was er denkt, aber so stand ich auch schon da. Wieder lächle ich.
Ich besuche all die Läden, in denen ich früher oft war. Ich nehme alles, wie ein Schwamm auf. Jede Reklame, jedes Geräusch, alle Gerüche, alle Emotionen. Einige Händler grüßen mich sogar, weil sie mich kennen. Ich grüße freundlich zurück.
Auf dem Weg werde ich von einem Fahradfahrer fast umgerissen. Er fährt weiter, ohne etwas zu sagen oder anderweitig zu reagieren. So ist Lübeck nun mal. Love it or hate it. Liebe es oder hasse es. Es macht keinen Unterschied für die Stadt; sie macht so weiter.
Ich habe mich unsterblich verliebt.
Mein Weg führt mich durch Lübecks enge Gassen. Blumen lassen den Kopf hängen, weil Ihre Blüten so schwer sind. Sie sind ein grandioser Kontrast mit ihrer knalligen gelben oder roten Farbe zu dem Ziegelrot der Altbauten.
Die Giebel der Häuser sind schief und krumm, sie haben alle unterschiedliche Töne und ergeben zusammen ein wunderbares Mosaik das Altertums. Hinter den Giebeln entdecke ich die Marienkirche. An ihr sitzt ein kleiner Teufel aus Beton. Ich erinnere mich lächelnd an die kleine Geschichte, die dahinter steckt und habe eine Träne im Auge, als ich daran denke, wie es war, das erste mal neben ihm zu stehen.
Abrupt drehe ich mich um. Noch einmal überquere ich die Breite Straße; noch einmal umfängt mich der Geruch von einer Million Dingen. Ich stehe nun vor dem Thomas-Mann-Haus. Hier fing alles an. Hier war ich, als ich das erste mal in Lübeck war. Hier habe ich mich verliebt. Ich muss lachen, als ich eine Schulklasse das Haus verlassen sehen. Es ist, als schaute ich in einen Spiegel.
In Lübeck habe ich viele Schmerzen erfahren. Doch vieles davon kann ich mir selbst zuschreiben. Ich habe nämlich genauso viel dazugelernt und kennen gelernt. Dinge, die ich nicht missen möchte.
Ich denke an alte Freunde aus der Fachhochschule und daran, dass auch diese nun andere Wege gehen. Denke an Leute, die ich wahrscheinlich nie wiedersehen werde, weil ich nie viel mit ihnen zu tun hatte. Aber sie alle gehörten dazu. Zu dem Lübeck, wie ich es erfahren hatte.
Der Wind bläst mir stark ins Gesicht. Ich schließe die Augen ein weiteres mal und atme tief die Luft ein. Ein letztes mal.
Als ich am Bahnhof ankomme, tun mir die Füße weh. Ich drehe mich noch einmal um und sehe Lübecks Wahrzeichen, das Holstentor, das ich von allen Gebäuden in Lübeck am meisten liebe. Mit seinen schiefen Türmen, wirkt es, wie eine sympathische Karikatur von sich selbst. Ein paar Touristen fotografieren es.
Es ist nass und der Himmel dahinter ist grau. Ich fand es nie schöner.
Es kribbelt in meiner Nase.
Adieu, Lübeck. Ich bin jetzt eine Weile nicht mehr da. Es war schön mit Dir und ich werde Dich, wo auch immer ich bin, immer in meine Herzen tragen. Dich und all Deine Macken, aber auch – und vor allem – Deine wunderschönen Seiten.
Ich wünschte, ich könnte Dich länger begleiten und länger an Deiner Seite wandeln. Aber das Leben arbeitet manchmal gegen einen und seinen Traum.
Ich werde Dich vermissen.
Adieu, Lübeck.
Aber ich werde wiederkommen. Irgendwann.
Denn unsere Schicksale sind nun untrennbar miteinander verknüpft.

 

Posted by on 11. August 2009 in Essay, Gedankenseiten

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Deal

Es war schwer zu sagen, wie alt der Mann war. Mitte 30? Ende 40? Keine Chance, es zu schätzen. Er war sportlich. Athletisch gebaut und sonnengebräunt, weil er offenbar viel draußen war, hatte Poloshirt an und bequeme Schuhe, als wäre er gerade vom Sport zurück.
Sein Bart fing wieder an zu sprießen. Obwohl er ihn wohl gestern erst rasiert hatte sah es schon fast, wie ein Drei-Tage-Bart aus.  Aber er wirkte jünger so.
„Ganz schön was los, hm?“ stellte er eher fest, als dass er mir die Frage stellte.
„Ja.“ sagte ich nur und nickte knapp. „Ne Menge.“
Er schaute mich nicht wirklich an. Eher durch mich durch. Als wäre er weit in Gedanken. In weiter Ferne. Aber ich wusste, dass er hier war. Hier bei mir.
„Lass sie in Ruhe.“ sagte ich.
„Hm.“ machte er nur knapp.
Jetzt schaute er mir tief in die Augen. Und ich in seine.
„Lass sie in Ruhe.“ wiederholte ich.
„Ja ja. Ich habe Dich schon verstanden.“ Er schaute betreten auf den Boden. „Aber so einfach ist das leider nicht.“
Mir schoss das Adrenalin ins Blut. „Was soll das heißen? Natürlich ist das so einfach. Lass sie einfach noch ein paar Jahre in Ruhe. Mein Gott! Schau sie dir doch mal an. Sie ist nichtmal so alt, wie ich. Was soll an der Sache nicht so einfach sein? Einfach ist nur nicht DEINE Idee.“ Ich pumpte vor Wut.
„So einfach ist das nicht.“ sagte er noch einmal. Trauriger.
„Okay. Pass auf!“ schrie ich ihn fast an. „Ich stelle mich all dem hier. Der ganzen Breitseite. Die volle Packung. Ich nehme alles auf mich, und beiße mich durch alles durch, was mir in den Weg gelegt wird. Nur lasse ihr noch ein paar Jahre. Nicht jetzt. Nimm sie mir nicht jetzt. Bitte.“
Die letzten Worte hatte ich fast flüsternd ausgesprochen.
Er schaute mir lange in die Augen. Ich merkte, wie mir die Tränen kamen. Sein Blick mit den fast weißen Pupillen war kaum deutbar.
Ich meinte hier etwas Trauer, hier etwas Hoffnung und dort etwas Schmerz in seinem Blick erkennen zu können. Doch alles in allem, war er ein geschlossenes Buch.
Nach einer gefühlten Ewigkeit nickte er kaum merklich.
„Okay.“ Sagte er. „Durch alles. Egal, was es ist.“ – „Egal, was es ist.“ bestätigte ich. „Alles.“ – „Alles.“
Er streckte mir die Hand entgegen. Und ich drückte sie fest.
Wir fixierten unsere Blicke für ein paar Sekunden. Dann ließ er meine Hand los und ging in Richtung des Sonnenunterganges davon, der sich hinter unserem Handschlag gebildet hatte…
„Viel los heute…“ hörte ich ihn noch sagen.

Ein Text, der auch so in einem der nächsten Teile von „Far Away“ vorkommen wird.
Trotzdem ist er ein eigenständiger Text. Bedeutungsschwer für mich.
Ich weiß nicht, ob alles abstrakte gleich erkennbar ist. Jedoch denke ich, dass es alles recht gut zusammenpasst.

 

Posted by on 17. Juli 2009 in Essay, Gedankenseiten

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Wunder

Wie Du weißt, bin ich ein recht rationaler Mensch.
Für mich ist das menschliche Wesen eher Zufall, denn göttlicher Schöpfung.
Wir alle sind – kosmisch gesehen – völlig unbedeutend. Und sollten wir an einer Kolera-Epedemie dahin siechen, uns gegenseitig mit A-B-C-Waffen ins Jenseits bomben oder durch einen Kometen-Einschlag, den Dinosauriern gleich, von der Erde verschwinden, so krazt es das Universum – die kosmische Verbindung von allem – überhaupt nicht.
Unser Planet ist nur einer von vielen.
Unsere Sonne ist nur eine von vielen und dazu auch noch recht klein.
Unsere Galaxie ist nur eine von so vielen, das wir nicht einmal eine Zahl dafür haben.
Und ob ich nun einen Song von U2 aus dem Internet habe oder mir die neuste Platte im Laden hole: Wen wird es in 2.000.000.000 Jahren interessieren?
Weißt Du, Wunder sind genauso.
Was sind denn Wunder?
Ich würde sie einfach einen Zufall, mit kosmisch kleiner Wahrscheinlichkeit nennen. Aber selbst das stimmt ja nicht wirklich.
Wenn ich einen fingergroßen Stein im Weltall anstubse und dieser dann durch Zufall in der Atmosphäre eines Planeten verglüht, der wie unsere Welt ist, dann ist das ein kosmischer Zufall.
Wasser zu Wein zu machen, das Meer zu spalten und/oder über selbiges zu gehen, sind für mich eher Märchen. Aber was unterscheidet dann ein Wunder von einem Märchen?
Das „Es-war-einmal“?
Nun, weißt Du:
Nach unserem heutigen Erkenntnisstand begann das Leben im Meer mit verschiedenen Amoniumsäuren, die sich irgendwann zu einem Einzeller zusammenschlossen.
Diese kämpften dann, im Zuge der Selektionen um ihre Daseinsberechtigung. Einige überlebten und schlossen sich zu Vielzellern zusammen. Diese krochen dann, nach weiteren evolutionären Schritten, aus dem Wasser, vermehrten sich, starben aus, überlebten, entwickelten sich und immer und immer wieder setzte sich die Evolution so durch, dass eine Spermienzelle in eine Eizelle eindrang und sich daraus wieder ein Wesen entwickelte, dass mehr oder weniger zufällig angeordnete Eigenschaften der Eltern hatte.
So kam es also, dass nach Millionen von Jahren der Evolution, des Aussterbens und Neuerschaffungen; Nach Millionen Jahren von Fortpflanzung und der Vermischung von Erbgut.
So kam es nach tausenden Jahren der menschlichen Existenz, der Entstehung von Liebe und Zuneigung, des rationalen und irrationalen Denkens, nach einer Verschmelzung eines Menschen mit einem anderen immer und immer wieder.
So kam es, dass Du nun so vor mir stehst und mich anlächelst.
Dass deine Augen mich ansehen und mir sagen „Ich liebe Dich“ und in mir eben genau dasselbe Gefühl hervorrufen.
Das, weißt Du, ist für mich ein Wunder.

 

Posted by on 19. März 2009 in Gedankenseiten

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Des nachts

Es ist dieses Gefühl, sich nachts im Bett auf die Seite zu drehen und jemanden zu spüren. Der langsame und friedliche Atem, der ein wenig länger ausatmet, wenn man seinen eigenen Arm um die Person legt, als würde sie es bemerken, dass da jemand ist, der sie liebt, obwohl sie schläft.
Dieser Moment, in dem alles so wunderbar erscheint, alles so ruhig, friedlich unantastbar; unendlich ist es, wenn jemand nachts neben einem liegt und langsam und dicht neben Dir atmet. So ruhig. So wunderbar friedlich.
Es ist das Gefühl, das man hat, wenn diese Person seinen Arm um einen legt und Dir mehr im Schlaf, als wach einen Kuss auf die Wange gibt um eine Sekunde später wieder fest zu schlafen. Aber auch das Gefühl, selbst seinen Arm um diese Person legen zu können und zu spüren, wie sie noch näher rückt. Der Moment, in dem man sich an jemanden schmiegen kann, wenn man das Gefühl hat, man liege zu weit von einander entfernt.
Aber es ist auch der Moment, in dem man allein im Bett liegt und nicht schlafen kann, weil einem der leise Atem, die sanfte Körperwärme, die ruhigen Bewegungen und die liebevolle Nähe der Zweisamkeit fehlt. Dieses Gefühl, wenn man spürt, dass nachts jemand neben einem atmen sollte, weil etwas fehlt.
Jeder dieser Momente und jede damit verbundene Emotion. Jeder Kuss, jede Berührung, aber auch jedes Fehlen davon und der Druck auf dem Herzen deshalb.
Das ist Liebe.

 

Posted by on 26. Mai 2008 in Lyrik

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