Gedankenseiten, Gedankensprünge

Das gleiche Herz

Unsere Herzen schlagen im selben Rhythmus. So eine Herzfrequenz ist unverwechselbar und jeder von uns hat sie schon unzählige Male im Film gesehen. Schaut man sich aber genauer an, wie das ganze aussieht, erkennt man in der Amplitude immer einen unterschied. Der Klang des Herzschlages ist gleich. Das verbindet uns Menschen. Im Innern sind wir alle gleich. Und dennoch verschieden. Legt man eine Amplitude über eine andere, erkennt man Ähnlichkeiten, aber keine Deckungsgleichheit. Allein der Zeitpunkt. Manchmal schlägt ein Herz schneller, manchmal langsamer. Und ginge man vom ersten Schlag aus, dann würde man sehen, dass bis zum letzten Schlag die meisten Herzen unterschiedlich schlagen. Ähnlich. Aber nicht kongruent.

Continue Reading
Gedankenseiten, Gedankensprünge

Gedankensprung IV – Weil Du weißt.

Ein Mensch, der Dir gut tut. Jemand, der Dein Leben umkrempelt, Dein Sein total verändert. Eine Person, die Du nach wenigen Stunden schon vermisst, als seien es Wochen. Jemand, dessen Worte Dich bewegen, Dein Herz treffen und dieses gewisse Kribbeln auslösen. Zweisamkeit, die Du über tausend Kilometer erlebst. Verständnis, das nach kürzester Zeit da ist. Zuneidung, die so pur ist, wie das satte Grün einer Wiese im Sommer. Lachen, das ehrlich ist. Wie auch die Geständnisse und Wahrheiten. Keine Geheimnisse. Die volle Hingabe. Alle eigenen Zweifel beiseite geschoben. Denen von allen anderen zum Trotz. Jeder anderen Meinung zum Trotz. Jeder Rationalität, jeder Argumentation, jeder Unwissenheit entgegen. Völlig egal. Denn Du weißt. Denn es ist keine Frage von Zeit, keine Frage…

Continue Reading
Zusatzseiten

Für unsere tollen Frauen…

Allen holden Damen wünsche ich heute einen wunderschönen Frauentag. Und schaue ich gerade mal aus dem Fenster, sehe ich, dass es sogar Klärchen gut gemeint hat – sie scheint nämlich. Also lasst euch heute ein wenig verwöhnen und es euch gutgehen. Nehmt euch – soweit vorhanden – euren Herzbuben und geht mit ihm (natürlich auf seine Kosten) ein Eis essen, einen Kaffee trinken, einen Kuchen essen, ins Kino, an den See, auf eine Aussichtsplattform oder schick essen. Oder lasst euch massieren. Auch falls er es nicht selbst mitbekommen haben sollte oder nicht dran gedacht hat – verzeiht es ihm. Er hat nur euch im Kopf und achtet deshalb kaum noch auf’s Datum. :) Aber er wird alles gern für euch…

Continue Reading
Gedankenseiten, Lyrik

Wege durch die Nacht

Wege durch die Nacht Allein gelassen und vergessen stehe ich und schau dich an. Die letzten Tränen war’n die letzten nur schwerlich komme ich voran. Ohne Willen, ohne Zweck, lässt sich alles schwerlich tun. Ich habe Hoffnung, doch schieb‘ sie weg und lasse mich selbst nicht ruh’n. Beschwerlich mach‘ ich meine Wege durchs Gestrupp und Gezweig des Lebens Auch wenn ich viele Zweifel hege, weiß ich, es ist nicht vergebens. Allein gelassen geh ich voran mit dir auf meinem Weg vorn an.

Continue Reading
Gedankenseiten, Lyrik

Zufall

Ich glaube im Gegensatz zu mach and’rem, dass wir weniger von Gott geschaffen, denn ich glaube, dass allemann sind, was jeder einzeln kann. Klar gesprochen heißt das dann, dass wir selbst uns selbst geschaffen. Uns selbst, uns’re Welt, Freude, Waffen… Die uns’re Existenz, wer richtig hinschaut, erkennt’s, ist nur ein großer Zufall. Staub, Schleim und Erde kamen glücklicherweise so zusammen, dass draus der Mensch dann werde. Letztendlich dann widerten wir uns selber an und dann suchten wir eine Ausrede und erfanden Gott, dass er uns nach dem Leben eben Erlösung gebe. Doch Gott sind wir selbst, nur eben nicht allein. Drum sollten wir in unserem Denken manchmal etwas göttlicher Sein. Doch Zufall, Blasphemie oder Antipathie hin und her. Einzig sichrer…

Continue Reading
Essay, Gedankenseiten

Lübeck

Als der Wecker klingelte, war ich bereits wach. Ich starrte an die Decke. Lübeck. Ich war eigentlich unfreiwillig hier geblieben. Und jetzt, wo ich eine Nacht hier war, merkte ich, wie sehr es mir fehlen würde. Ich schloss noch einmal meine müden Augen und atmete tief ein. Ich roch den Geruch des alten Hauses, in dem ich ein Jahr gewohnt hatte. Ich sah, wie ich hier zwischen Kisten gelebt hatte, wie ich zu ersten Mal hier im Bett lag und an dieselbe Decke starrte, mit nur einem Unterschied: Damals war ich am Einschlafen – heute bin ich am aufwachen. Dann stehe ich auf und mache mich fertig. Ich schaue mich in meiner Wohnung um und erhasche wieder den Eindruck, den…

Continue Reading
Essay, Gedankenseiten

Deal

Es war schwer zu sagen, wie alt der Mann war. Mitte 30? Ende 40? Keine Chance, es zu schätzen. Er war sportlich. Athletisch gebaut und sonnengebräunt, weil er offenbar viel draußen war, hatte Poloshirt an und bequeme Schuhe, als wäre er gerade vom Sport zurück. Sein Bart fing wieder an zu sprießen. Obwohl er ihn wohl gestern erst rasiert hatte sah es schon fast, wie ein Drei-Tage-Bart aus.  Aber er wirkte jünger so. „Ganz schön was los, hm?“ stellte er eher fest, als dass er mir die Frage stellte. „Ja.“ sagte ich nur und nickte knapp. „Ne Menge.“ Er schaute mich nicht wirklich an. Eher durch mich durch. Als wäre er weit in Gedanken. In weiter Ferne. Aber ich wusste, dass…

Continue Reading
Gedankenseiten

Wunder

Wie Du weißt, bin ich ein recht rationaler Mensch. Für mich ist das menschliche Wesen eher Zufall, denn göttlicher Schöpfung. Wir alle sind – kosmisch gesehen – völlig unbedeutend. Und sollten wir an einer Kolera-Epedemie dahin siechen, uns gegenseitig mit A-B-C-Waffen ins Jenseits bomben oder durch einen Kometen-Einschlag, den Dinosauriern gleich, von der Erde verschwinden, so krazt es das Universum – die kosmische Verbindung von allem – überhaupt nicht. Unser Planet ist nur einer von vielen. Unsere Sonne ist nur eine von vielen und dazu auch noch recht klein. Unsere Galaxie ist nur eine von so vielen, das wir nicht einmal eine Zahl dafür haben. Und ob ich nun einen Song von U2 aus dem Internet habe oder mir die…

Continue Reading
Lyrik

Des nachts

Es ist dieses Gefühl, sich nachts im Bett auf die Seite zu drehen und jemanden zu spüren. Der langsame und friedliche Atem, der ein wenig länger ausatmet, wenn man seinen eigenen Arm um die Person legt, als würde sie es bemerken, dass da jemand ist, der sie liebt, obwohl sie schläft. Dieser Moment, in dem alles so wunderbar erscheint, alles so ruhig, friedlich unantastbar; unendlich ist es, wenn jemand nachts neben einem liegt und langsam und dicht neben Dir atmet. So ruhig. So wunderbar friedlich. Es ist das Gefühl, das man hat, wenn diese Person seinen Arm um einen legt und Dir mehr im Schlaf, als wach einen Kuss auf die Wange gibt um eine Sekunde später wieder fest zu…

Continue Reading