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Living Nightmare

In der Wohnung ist es still geworden. Im Zimmer ist es dunkel. Die Timeline leert sich. Selbst die Nightline ist kaum noch aktiv.
Ich bin noch wach. Wie fast jede Nacht. Gedanken kreisen in mir;
halten mich wach, selbst wenn ich schlafe.
Und alles will raus, drückt, wie eine Gewehrkugel, die austreten will, von innen an meinen Kopf.

BOOM! Headshot! Ich kann gar nicht so schnell schreiben oder gar reden, wie ich denke und wie mir die Emotionen und Gedanken durch das Hirn donnern. Mir tränen die Augen. Die ohnehin schon vernebelte Sicht lässt nun kaum noch ein klares Bild durch. Alles verzerrt sich in ein abstraktes, obskures Bild, eine Karikatur seiner selbst mit einem hässlich ironischen Grinsen auf seinem Gesicht. „Har har! Erbärmlicher kleiner Mann! Errbärmliches kleines Leben“ lacht es mich aus. „Dachtest Du wirklich Du seist etwas Besonderes? Könntest mal ein Held sein?“

Das Leben um mich herum ist ein höhnisches Lachen. Ein Auslachen über mein Leben und alles, was ich bisher gemacht und geschafft – besser wohl „nicht geschafft- habe.
Ich gehe schlafen, ohne mich auszuruhen, sehe in den Spiegel und sehe einen schlechten Witz von dem jungen Mann, der mal so viele Ambitionen hatte. Fühle mich ausgemergelt, kraftlos und von Grund auf erschöpft.
Burnout Syndrom? Wohl eher Standby Syndrom.
Zap! Testbild!
Es ist ein Alptraum, der nicht enden will. Es gibt kein Entkommen, Kleiner. Keinen Rückzugsort, keine Erholung. Du bist hier und bleibst hier. Friss oder stirb.
Die Erschöpfung greift mit ihren langen, dünnen, spinnebeinartigen Fingern nach mir, umarmt mich von allen seiten, bis ich nur noch mit einem ängstlichen, panischen Auge aus einer breiigen Masse von Schwärze und Verzweiflung hinaus starre, zusehe, wie das, was mal mein Leben war, langsam aus meiner Macht entgleitet und wie ich stetig mehr ins Dunkel hinabgleite.

Schweißgebadet wache ich auf.
Erschöpft.
Kein bisschen erholt, trotz fast 8 Stunden Schlaf.
Das Sehen fällt mir schwerer, als gestern. Das Aufstehen ist kaum möglich.
Zwei Tassen Kaffee lassen mich die Küche aufräumen und dann völlig fertig vor meinen Schreibtisch setzen. Dort sitze ich dann, unfähig etwas zu tun oder zu kämpfen. Bis heute Abend, bis ich wieder ins Bett gehe. Wieder in die Dunkelheit abdrifte, die mich zwar alles vergessen, aber trotzdem alles spüren lässt…

 

Posted by on 31. August 2012 in Essay, Gedankenseiten

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