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Schöne Dame neben mir…

Hallo, schöne Damen neben mir!
Gerade bist du in die Straßenbahn gestiegen und hast Dich auch promt neben mich gesetzt. Das Lächeln auf Deinen Lippen fiel mir, zwischen all den müden und ernsten Gesichtern des Morgens sofort auf. Dein Lächeln war ansteckend und ich lächle nun auch und frage mich, was es Deines hervorrief.
Hey, schöne Dame neben mir!
Was macht Dich so glücklich, dass Du Dich vom Morgengrau so abhebst und selbst meinem müden Gesicht ein Lächeln entlockst? War es eine gute Nachricht über den Erfolg Deines Freundes bei der Arbeit? War es eine SMS eines alten, aber sehr guten Freundes von früher? Oder war es vielleicht Dein Lieblingssong im Radio, nachdem Du aufgestanden bist? Vielleich war es auch nur die Morgensonne, die Dich zum Niesen gebracht hat und das Kitzeln in der Nase war es, was Dich schmunzeln lies. Eventuell bist Du auch einfach ein fröhlicher Mensch und lachst und lächelst viel.
Das wäre schön. Aber egal, was es ist – zwischen all diesen farblosen Gestalten hier gibt es nur wenige, die so schön lächeln können. Da bin ich mir sicher.
Hi, schöne Damen neben mir!
Weißt Du eigentlich, dass Du mich gerade glücklich machst?
Wir kennen uns nicht und haben uns nie zuvor gesehen. Aber Dein Lächeln, dass auch Deine leuchtenden Augen erreicht hat, steckt einfach an. Und Lächeln macht glücklich, habe ich mal gelesen. Ich denke, du lächelst viel.
Liebe schöne Dame neben mir,
wollen wir nicht mal einen Kaffee zusammen trinken gehen und gemeinsam lächeln? Ich möchte Dich gern kennenlernen und etwas von Deiner Sonne tanken, die all diese grauen Männer verblassen lässt! Ich lade Dich ein! Und gern auch ein Brownie soll drin sein und wenn Du magst, bekommst Du auch einen Iced Caramel Macchiato Frappochino!

Bye, schöne Dame neben mir!
Du steigst aus und gehst Deiner Wege. 15 Minuten hat unser gemeinsamer Weg in diesem Leben gedauert und es schien währenddessen selbst bei Regen die Sonne. Ich hoffe, Du wirst heute ganz, ganz viel Glück haben und weiterhin so bezaubernd lächeln.
Ich für meinen Teil, werde es tun.
Leb wohl, schöne lächelnde Damen neben mir!
Ich hoffe, wir lächeln irgendwann mal wieder zusammen.

 

Posted by on 22. Oktober 2013 in Gedankenseiten, Lyrik

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Weg zur Sonne

Ich ging die Straße entlang.
Den Krangen meiner Jacke hochgestellt; die Hände in den Taschen vergraben. Ich zog die Schultern hoch und doch… der Wind ging mir bis unter die Knochen. Ich fröstelte.
Schwach schaute ich aus meinen Augen. Ein resignierter Blick auf das nasse Grau der Straße. Der Regen hatte alles durchtränkt; mich inklusive. Ich spürte, wie der Wind durch den Regen noch kälter wirkte, als er durch meine Haare fuhr. Eine Gänsehaut schlich sich von meinem Nacken bis in mein Kreuz.
Ich frohr erbärmlich.
Nur nicht anhalten. Weitergehen. Sonst frierst du noch mehr, dachte ich.
Ich schluckte schwer. Der Hals tat mir weh. Nicht schon wieder krank werden. Ich zitterte. Und bemerkte, wie schwach ich wurde. Und müde.
Ich dachte an ein warmes Bett mit einer dieser Decken aus dem weichen Kunstfell. Dort wollte ich hin. Aber nicht allein. Allein war ich jetzt. Aber ich wollte es nicht sein. Also ging ichweiter.
Ich bemerkte, dass ich sogar allein auf der Straße war. Vielleicht würde bei dem Wetter niemand vor die Tür wollen.
Plötzlich blieb ich stehen. Ich wusste nicht mehr recht, warum ich unterwegs war. Wo wollte ich eigentlich hin?
Links von mir wurde es am Himmel heller. Die dicken, grauen Wolken waren dort nicht mehr ganz so dicht.
Also ging ich darauf zu.
Ein wenig Sonne war, was ich brauchte. Dann würde schon alles gut gehen.
Ich bog nach links ab und folgte der Straße. Ich merkte, wie es weniger regnete, wie der Wind schwächer wurde, wie es etwas wärmer wurde.
Ein gutes Gefühl.
Triefnass überquerte ich die Straße.
Die Sonne brach ein wenig durch die dichte Wolkenwand. Ein Sonnenstrahl. Er tut so gut. Ich erschauderte vor Wohlgefühl.
Das Auto traf mich schnell und hart.
Ich wurde einige Meter durch die Gegend geschleudert, bis ich auf der Seite liegend zm Stillstand kam. Die Sonne im Blick und mit Regen im Gesicht lag ich auf der Straße und spürte keine Schmerzen.
Der Wind führ mir durch die Haare.
Ich war sofort tot.

 

Posted by on 10. Februar 2010 in Gedankenseiten

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